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Omikron in Deutschland : Lauterbach: Höhepunkt der Omikron-Welle erst Mitte Februar

  • Aktualisiert am

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Bild: Imago

Erstmals liegt die Zahl der Neuinfektionen über 100.000. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht einen neuen Höchststand. Der Gesundheitsminister setzt auf eine Impfpflicht ab April oder Mai.

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          Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es angesichts der rasant steigenden Fallzahlen für wichtig, dass eine mögliche Corona-Impfpflicht nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung RTL Direkt. „Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai.“ Zur Begründung führte er an, dass noch genug Zeit bleiben müsse, um Ungeimpfte vor einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu immunisieren. Es soll aber keinen Regierungsvorschlag der rot-grün-gelben Koalition geben. Stattdessen sollen Abgeordneten-Gruppen Anträge zu dem Thema ins Parlament einbringen. Die Union hatte dieses Vorgehen kritisiert.

          Wer noch nicht geimpft sei, müsse „drei Impfzyklen durchlaufen (...) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober“, sagte Lauterbach. „Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht –, damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann.“

          Lauterbach äußerte zudem die Erwartung, dass die Fallzahlen weiter steigen werden – und dass der Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland wahrscheinlich Mitte Februar erreicht sein dürfte.

          Erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen binnen eines Tages

          Kritik für das Vorhaben einer Impfpflicht kam vom Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach. Mit Blick auf eine Impfpflicht sagte Silberbach der F.A.Z.: „Mir fehlt schon das Verständnis dafür, dass die Regierung hierzu keinen eigenen Gesetzentwurf vorlegt, sondern sich wegduckt.“

          Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Ich bin der Auffassung, der Deutsche Bundestag sollte nach gründlicher Beratung im März über die allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus abstimmen.“ Wenn man diesen Zeitrahmen einhalten wolle, „wäre es sinnvoll, die Gruppenanträge im Februar erstmals zu beraten“. Lauterbach sagte mit Blick auf die anstehenden Beratungen im Parlament: „Ich würde sagen, dass wir Ende Februar/Anfang März da schon wichtige Debatten sehen werden.“

          Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie binnen eines Tages mehr als 100.000 Neuinfektionen an bekannt. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Mittwochmorgen 112.323 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.12 Uhr wiedergeben. Am Freitag lag die Zahl erstmals über der Marke von 90.000 Fällen. Vor genau einer Woche waren es 80.430 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI nun mit 584,4 an. Das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz bei 553,2 gelegen, vor einer Woche bei 407,5, im Vormonat bei 315,4.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 239 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 384 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.186.850 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,17 an. Am Montag hatte sie etwas niedriger bei 3,14 gelegen. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 7.098.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.081.

          Auffällig ist, dass im Vergleich zu den bisherigen Corona-Wellen vermehrt kreisfreie Städte die höchsten Inzidenzen aufweisen. Besonders hohe Werte gibt es aktuell in Berlin. Der Stadtkreis Berlin Mitte führt mit einer Inzidenz von fast 1800 die Liste an; ebenso vertreten sind unter den zehn höchsten Werten Berlin Neukölln (1641,8), Friedrichshain-Kreuzberg (1477,7), Reinickendorf (1215,9) und Spandau (1166,4) sowie Bremen (1361,9), Frankfurt (1171,8) und Potsdam (1113,1).

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