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Noch kein Grund für Lockerung : RKI meldet mehr als 23.000 Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Der Lockdown trifft auch Gastwirte hart. Bild: Getty

Der Teil-Lockdown im November zeigt noch nicht so viel Wirkung wie erhofft: Die Gesundheitsämter haben 23.542 Neuinfektionen und damit rund 1.500 mehr als vergangenen Donnerstag gemeldet. Am Montag ziehen Kanzlerin und Ministerpräsidenten eine erste Zwischenbilanz.

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          Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag 23.542 Neuinfektionen gemeldet. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es 22.097 Fälle. Einzige kleine Hoffnung: Die Kurve hat sich jüngst etwas abgeflacht.

          Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach 751.095 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid 19 liegt bei 12.200. Das sind 218 bestätigte Todesfälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei rund 481.700.

          Angesichts der Entwicklung haben mehrere Ministerpräsidenten Erwartungen an neue Beschlüsse bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am kommenden Montag gedämpft. Die Runde der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den seit dem 2. November geltenden Teil-Lockdown beschlossen, der am Montag zwei Wochen anhält und zunächst bis Ende November in Kraft bleiben soll. Lokale und andere Freizeiteinrichtungen sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen. Und die Corona-Lage bleibt ernst – für Hoffnungen auf Lockerungen scheint es derzeit keinen Anlass zu geben.

          Merkel: „Schwere Wintermonate“

          Kanzlerin Merkel stimmte die Bevölkerung am Donnerstag auf „schwere Wintermonate“ ein. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im rbb-Inforadio, Veranstaltungen mit mehr als 10 bis 15 Personen wie etwa Weihnachtsfeiern sehe er „in diesem Winter nicht mehr“ stattfinden. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, kündigte der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, an.

          Die Beratungen in der kommenden Woche waren am Donnerstag auch Thema bei der halbjährlichen Besprechung zwischen Kanzleramtsminister Helge Braun und den Chefs der Staats- und Senatskanzleien. Zugeschaltet waren auch RKI-Chef Wieler und der Immunologe Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

          Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dämpfte die Erwartung, dass es am Montag neue Beschlüsse geben wird. Es seien seit der vergangenen Runde erst zwei Wochen vergangen, wahrscheinlich müsse man noch etwas warten, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Wir sehen eine leichte Verbesserung, allerdings weniger, als wir erhofft haben“, sagte Kretschmer. Wenn man die momentanen Zahlen fortschreibe, sei man erst Weihnachten dort, wo man hinwolle.

          Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sagte in der gleichen Sendung, wenn man am Montag zu dem Ergebnis komme, dass man noch keine zufriedenstellende Prognose geben könne, dann treffe man sich ein paar Tage später wieder. Ähnlich äußerte sich Kretschmer.

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“, für Lockerungen gebe es jetzt überhaupt keinen Anlass. Am Montag werde es um einen Zwischenstand gehen, es werde auch nicht die letzte Runde mit der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten im November sein. Sicherlich werde man über die Schulen reden müssen.

          „Unser Ziel muss sein, unter die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 zu kommen“, sagte der CSU-Politiker dem „Münchner Merkur“ (Freitag). Im ZDF bezeichnete Söder diesen Wert als „Mutter aller Zahlen“, weil er die Rückverfolgung von Infektionen durch die Gesundheitsämter ermögliche. Bayern und bundesweit liegt der Wert derzeit um ein Vielfaches höher. Er gibt an, wie viele Neuinfektionen es binnen der vergangenen sieben Tage auf 100.000 Menschen gab.

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