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Während der Corona-Krise : Wie kann ich meinen Eltern helfen?

Sind Ihre Eltern gesund und Sie auch, dann ist ein Kontakt an der frischen Luft, etwa ein Spaziergang mit etwas Abstand, kein Problem. Bild: dpa

Alte Menschen gehören zu den Corona-Risikogruppen und sollten soziale Kontakte besonders streng vermeiden. Das ist auch für deren Kinder hart. Ein paar Tipps für den Umgang miteinander.

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          Welche Möglichkeiten gibt es im Umgang mit älteren Menschen, die eigentlich fit und mobil sind?

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sprechen Sie miteinander darüber, warum soziale Distanz nun trotzdem wichtig ist. Nehmen Sie den Eltern das Einkaufen und andere Aufgaben außerhalb des Hauses ab, dafür können die Eltern es übernehmen, für Sie einen Kuchen zu backen, bei einem kleinen Spaziergang mal Briefe einzuwerfen oder andere Aufgaben zu übernehmen, für die kein sozialer Kontakt nötig ist, die Sie aber trotzdem entlasten. So entsteht ein Nehmen und Geben und niemand hat das Gefühl zu einer Last zu werden.

          Ich kann meinen Eltern den Einkauf nicht abnehmen, weil sie zu weit weg wohnen.

          Dann kommen Sie mit Ihren Eltern ins Gespräch, wie man das organisieren kann. Rufen Sie Nachbarn, alte Freunde von sich oder die Kirchengemeinde der Eltern an und bitten Sie diese um Unterstützung. Im Moment herrscht eine große Hilfsbereitschaft in Deutschland, nur keine Scheu. So jemanden können Sie auch bitten, einfach ab und zu bei den Eltern vorbeizugehen – natürlich mit dem nötigen Abstand. So erfahren Sie auch noch mal von jemanden anderem, wie es den Eltern wirklich geht. Viele Senioren sind heute in technischen Dinge aber auch so fit, dass das Videotelefonieren eine gute Alternative für einen Besuch ist.

          Kontakt zu anderen vor Ort ist schwierig.

          Dann bleibt noch die Möglichkeit, über Lieferservice den Eltern aus der Ferne etwas zu bestellen – sei es Essen oder etwas für die Unterhaltung, etwa Bücher.

          Sonst habe ich nicht so intensiven Kontakt zu meinen Eltern, was sollte ich für den Notfall wissen?

          Man soll ja erst einmal davon ausgehen, dass alles gut geht, aber sicher machen sich jetzt viele auch solche Gedanken. Für einen medizinischen Notfall sollte man wissen, wer der Hausarzt ist, ob die Eltern Vorerkrankungen und Allergien haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen. Außerdem sollte man wissen, wo etwa die Krankenkassenkarte ist. Wer davon keine Ahnung hat, sollte seine Eltern ganz offen darauf ansprechen. Wenn die Eltern schon etwas gebrechlich sind, schadet auch die Nummer der Nachbarn nichts. Die können dann zumindest mal einen Blick rüber werfen, ob alles okay ist.

          Ist sonst noch etwas wichtig?

          Sie können in Erfahrung bringen, ob Ihre Eltern alle wichtigen Impfungen haben, vor allem die Pneumokokken-Impfung, und ob ihre täglichen Medikamente zu Hause ausreichend vorrätig sind. Gute Ansprechpartner sind hier die Apotheke der Eltern und der Hausarzt. Sollten Sie am Telefon das Gefühl haben, dass es den Eltern nicht gut geht, dass etwa Fieber, Schlappheit und Husten auftauchen, dann sollten ältere Menschen schnell medizinische Hilfe suchen.

          Irgendwie habe ich das Gefühl, meine Eltern sind doch sehr einsam.

          Sind Ihre Eltern gesund und Sie auch, dann ist ein Kontakt an der frischen Luft, etwa ein Spaziergang mit etwas Abstand, kein Problem, um mal etwas von Angesicht zu Angesicht zu sprechen, sagen Geriater. Einfach „mit Verstand und Vorsicht“ an die Sache gehen, heißt es.

          Meine Eltern sind im Altenheim, ich darf sie nicht besuchen und das fällt schwer.

          Auch hier gibt es natürlich in erster Linie die Möglichkeit per Video zu telefonieren. Können die eigenen Eltern das nicht mehr selbst, dann haben einige Heime mittlerweile extra Räume eingerichtet, wo das mit Hilfe möglich ist. Auch kann man mal wieder Briefe schreiben, Rätselhefte senden oder alte Bilder. Manche Heime erlauben auch, dass ein Kontakt mit dem nötigen Abstand über Fenster im Erdgeschoss möglich ist, um sich mal wirklich in die Augen sehen zu können. Fragen Sie am besten im Heim nach.

          Ist sonst noch etwas wichtig?

          Halten Sie selbst die Abstandsregeln und das regelmäßige Händewaschen immer ein. Denn nur, wenn Sie gesund bleiben, können Sie sich auch um Ihre Eltern kümmern. Geriater raten noch, es sollten sich vorrangig die Familienmitglieder mit dem geringsten Infektionsrisiko kümmern und nicht gerade diejenigen, die selbst Symptome einer Atemwegserkrankung haben, in einem sogenannten Risikogebiet waren, doch noch sehr viel unter Menschen sind oder andere Risikofaktoren aufweisen – auch wenn es diejenigen sind, die sich bisher immer gekümmert haben.

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