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Fehlende Gesundheitskompetenz : Was hilft, die Krise zu verstehen

Abstand halten, auch am Gemüsestand! Viele Menschen nehmen das Coronavirus noch immer nicht ernst genug. Bild: dpa

Vielen Deutschen fällt es schwer, gesundheitsbezogene Informationen zu verstehen, zu beurteilen und auf die eigene Lebenssituation zu beziehen – das war schon vor Corona so. Jetzt hilft nur Klartext.

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          In einer Krise sticht immer das heraus, was in einer Gesellschaft nicht gut läuft. Das sind in den aktuellen Corona-Zeiten sicherlich einige Dinge, aber ein Umstand dürfte besonders mit dafür verantwortlich sein, dass es der Regierung bisher trotz jeder Menge guter Worte, Anweisungen und Empfehlungen nicht gelungen ist, die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen: Zu viele wissenschaftliche Spekulationen, zu denen noch valide Daten fehlen, treffen auf eine geringe Gesundheitskompetenz. Also die Fähigkeit der Menschen, Gesundheitsinformationen zu verstehen, zu bewerten und auf die eigenen Entscheidungen, auf das eigene Verhalten anzuwenden.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Repräsentative Umfragen noch aus Zeiten, bevor das Virus um die Welt zog, haben ergeben, dass es über fünfzig Prozent der Deutschen schwerfällt, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und auf die eigene Lebenssituation zu beziehen. Besonders dramatisch stellt sich die fehlende Kompetenz dar, wenn es sich um Prozentangaben, Wahrscheinlichkeiten oder gar exponentielles Wachstum dreht. Mathematische Berechnungen bei solch emotionalen Themen wie der Gesundheit aufs eigene Leben herunterzubrechen, eine Monsteraufgabe.

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