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Corona-Krise : „Vielleicht der erste positive Tag in diesem sehr schweren Monat“

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Kampf gegen das Coronavirus in Italien: Ein Mitarbeiter arbeitet im Samaritan's Purse Feldkrankenhauses, das in Cremona, eingerichtet wird. Bild: dpa

Trotz des weltweiten Kampfes gegen die Lungenkrankheit Covid-19 steigen die Zahlen der Infizierten und Toten weiter. Während in Spanien weiter von grauenhaften Szenen berichtet wird, keimt im am schwersten betroffenen Land Italien ein wenig Hoffnung auf. Ein Überblick.

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          Nach Angaben von amerikanischen Experten waren am Montag rund um den Globus mehr als 362.000 Menschen mit Covid-12 infiziert (Sonntag: knapp 330.000), fast 15.500 Menschen starben (knapp 14.400), wie Wissenschaftler der amerikanischen Universität Johns Hopkins mitteilten.

          Inzwischen hat sich das Coronavirus auf 174 Länder rund um den Globus ausgebreitet. Die meisten Infektionen verzeichnet mit 81.093 offiziell gemeldeten Fällen weiterhin China, wo das Virus im vergangenen Dezember erstmals aufgetreten war. An zweiter Stelle steht Italien mit fast 64.000 nachgewiesenen Infektionen. Insgesamt gibt es in Europa mindestens 185.413 Infektionsfälle. Damit ist Europa nun der Kontinent, auf dem sich das Virus am rasantesten ausbreitet.

          Die Dunkelziffer bei den Infektionsfällen dürfte weltweit noch deutlich höher liegen. In den meisten Ländern werden nur Menschen mit starken Symptomen auf das Coronavirus getestet. Die offiziell gemeldeten Infektionszahlen dürften daher nur einem Bruchteil der tatsächlichen Fälle entsprechen. Ein Überblick:

          Italien

          In Italien haben sich die Zuwächse bei Infektionen und Todesfällen verlangsamt. Der Zivilschutz gab am Montag einen Anstieg der Todesfälle um 602 auf 6077 bekannt. Das ist der niedrigste Anstieg seit vier Tagen. Die Zahl der bekannten Ansteckungen legte in den vergangenen 24 Stunden um 4789 auf 63.927 zu. Das war kleinste Zuwachs seit fünf Tagen. Seit Montag ist die nicht-lebenswichtige Produktion gestoppt. Andererseits erlaubt ein Dekret so viele Ausnahmen, dass Gewerkschaften das Ansteckungsrisiko bei der Arbeit als zu groß kritisieren. Zugleich sorgt der Tod weiterer Ärzte im besonders notleidenden Norden für Trauer und Entsetzen. In den Brennpunkten, in Bergamo und Brescia, gibt es nach Behördenangaben viele Neu-Ansteckungen. Bereits seit dem 10. März gilt in ganz Italien eine Ausgangssperre.

          „Heute ist vielleicht der erste positive Tag, den wir in diesem harten, sehr schweren Monat hatten“, sagte Giulio Gallera, der führende Vertreter der Gesundheitsbehörden in der norditalienischen Region Lombardei, die von dem Virusausbruch am stärksten betroffen ist. „Es ist nicht die Zeit, einen Sieg zu feiern, aber wir sehen langsam Licht am Ende des Tunnels.“ Der Chef der nationalen Gesundheitsbehörde, Silvio Brusaferro, gab allerdings zu bedenken, es sei noch zu früh um zu sagen, dass der jüngste Rückgang bei den täglichen Todesfällen und Neuinfektionen sich fortsetzen werde.

          Spanien

          Die Zahl der Corona-Infizierten steigt auch in Spanien trotz aller Maßnahmen weiter an. Bis Montagnachmittag wurden mehr als 33.000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg von 1720 auf gut 2200. Allein in der Region Madrid, dem Zentrum der Krise in Spanien, lag die Zahl der Todesopfer bei rund 1200. Nach Italien ist Spanien das am heftigsten betroffene Land Europas. Gleichzeitig gab es aber auch positive Nachrichten: Mehr als 3300 Patienten sind bereits wieder gesund. „Zudem nimmt die Anzahl der täglich gemeldeten Fälle ab, aber wir sind nicht sicher, ob wir den Höhepunkt schon erreicht haben“, sagt der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

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