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Coronavirus : Karneval in Nordrhein-Westfalen weitgehend abgesagt

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Noch im Februar feierten verkleidete Karnevalisten vor dem Düsseldorfer Rathaus. Bild: dpa

Kein Straßen-, Sitzungs- und Kneipenkarneval: Die traditionellen Großveranstaltungen wird am 11. November nicht geben. Auch der Kölner Rosenmontagszug ist betroffen. Die Landesregierung empfiehlt gar ein Alkoholverbot.

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          Die Karnevalisten in Nordrhein-Westfalen müssen in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie weitgehend auf den traditionellen Straßen-, Sitzungs- und Kneipenkarneval verzichten. Die derzeitige Infektionslage lasse „nur eine klare Absage an geselligen Veranstaltungen wie Sitzungen, Bälle, Partys und Umzüge“ zu, sagte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, am Freitag nach Beratungen der Verbände mit der Landesregierung in Düsseldorf. „Es kann kein Feiern um jeden Preis geben.“

          Auch den Kölner Rosenmontagszug wird es in bekannter Form nicht geben. „Der Rosenmontagszug, so wie man ihn kennt, ist abgesagt“, sagte eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval am Freitagabend. Für Düsseldorf sagte Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval: „Man muss schwer davon ausgehen, dass der Rosenmontagszug definitiv nicht stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.“

          „All das ist in der Pandemie nicht denkbar“

          Erlaubt werden nach Angaben der Landesregierung lediglich „kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen“ wie etwa Konzerte oder kleinere Sitzungen. Auch hier müssen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung eingehalten werden, Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen.

          „Ein Karneval, so wie wir ihn kennen, wird in Zeiten der Pandemie nicht möglich sein“, sagte der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef Nathanael Liminski nach den Beratungen, an denen Vertreter der vier Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln teilgenommen hatten.

          Karneval zeichne sich durch „große Geselligkeit und große Ausgelassenheit“ aus, sagte Liminski. „All das ist in der Pandemie nicht denkbar.“ Er rief die Karnevalisten auf, in diesem Jahr „zu Hause im kleinen Kreis“ zu feiern. Die Landesregierung empfehle den Kommunen sogar, am 11. November ein Alkohol- sowie gegebenenfalls ein Verweilverbot an neuralgischen Stellen im öffentlichen Raum auszusprechen, sagte der Staatskanzleichef.

          Kreative Lösungen gefragt

          Liminski verwies auf die geltenden Corona-Schutzbestimmungen: Für den Karneval könne hier „keine Ausnahme gemacht werden“, sagte er. „Das gilt auch für den Straßenkarneval – ein Umzug fällt unter das Verbot von Straßenfesten.“

          Die Regierungs- und Verbandsvertreter riefen die Karnevalisten auf, in diesem Jahr besonders viel Kreativität zu zeigen. Es gehe nun darum, den „kleinen Rahmen zu nutzen, der uns bleibt“, sagte Kuckelkorn. Liminski appellierte an die Karnevalisten, kreative Lösungen zu finden, um den „Wesenskern des Karnevals weiterleben zu lassen“. Stefan Kleinehr, Vizepräsident des Comitees Düsseldorfer Carneval, zeigte sich „zuversichtlich, gemeinsam mit den Gesellschaften und Künstlern viele alternative Formate umsetzen zu können“.

          Karnevals-Vereine, die durch die Corona-Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage geraten seien oder noch gerieten, sollten von der Landesregierung weiter finanziell unterstützt werden, sagte Liminski.

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