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Zwei für jeden Haushalt : Shinzo Abe verspricht Masken – und erntet Spott

Mit Gesichtsschutzmaske: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe im Parlament Bild: AP

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe kündigt an, dass seine Regierung jedem Haushalt zwei Gesichtsschutzmasken verteilen wird. Die Masken fehlen überall – auch in Krankenhäusern.

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          Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich in dieser Woche erstmals in einer Coronavirus-Krisensitzung und im Parlament mit einer Gesichtsschutzmaske gezeigt. Das ist ein Zeichen, dass die Regierung beginnt, die Krise angesichts steigender Fallzahlen ernster zu nehmen. Abe sprach über die geplanten wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Krise und gegen die Knappheit von Gesichtsschutzmasken in Japan. Das Problem trifft in Japan nicht nur die allgemeine Bevölkerung, sondern auch die medizinischen Berufe. Sein Krankenhaus stelle ihm eine einzige Gesichtsschutzmaske in der Woche zur Verfügung, mit der er auch Operationen absolvieren müsse, berichtete ein Orthopäde der F.A.Z. Er könne die Maske ja waschen, sei ihm gesagt worden.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Abe versprach, dass in den kommenden Tagen 15 Millionen chirurgische Gesichtsmasken an medizinische Einrichtungen verteilt würden. Im vergangenen Monat seien dank der finanziellen Unterstützung 600 Millionen der Masken in Japan produziert worden. Als Geste an die Bevölkerung kündigte der Ministerpräsident zugleich an, dass die Regierung an jeden der rund 50 Millionen Haushalte im Land zwei Gesichtsschutzmasken verteilen werde.

          Das kam in Japan, wo die Masken in den Supermärkten und Drogerien immer noch weitgehend ausverkauft sind, nicht gut an. In den sozialen Medien entlud sich Spott und Ärger über „Abenomask“, die „Masken von Abe“, eine Anspielung auf seine Wirtschaftspolitik der Abenomics. Zwei bildnerische Kommentare auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sprechen für sich:

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