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Coronavirus in Deutschland : Verdopplung der Infizierten verlangsamt sich

  • Aktualisiert am

Mitarbeiterinnen in einem Supermarkt in Dresden füllen am Mittwochmorgen die Regale wieder auf. Bild: dpa

Inzwischen gibt es fast 80.000 Menschen in Deutschland, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind. Die meisten der mehr als 900 Verstorbenen waren über 70 Jahre alt. Erste positive Entwicklungen zeigt die Verdopplungsrate.

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          Mindestens 77.981 Menschen haben sich in Deutschland bislang nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das geht aus der Auswertung des Johns Hopkins Instituts vom Donnerstagmorgen (Stand: 08.30 Uhr) hervor. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) geht derzeit von insgesamt 73.522 Infektionsfällen (Stand: 08.30 Uhr) aus. Besonders hohe Zahlen haben demzufolge Nordrhein-Westfalen mit mindestens 16.344 Fällen und 180 Toten und Bayern mit 18.496 nachgewiesenen Fällen und 268 Toten. Mehr als 13.500 Menschen sollen bereits wieder genesen sein. (Warum die Zahlen von Johns Hopkins Institut und RKI auseinander gehen, hat unsere Wissenschaftsredakteurin Sibylle Anderl erklärt.)

          Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet laut Johns Hopkins Bayern mit einem Wert von 141 die meisten Infektionen. Dahinter folgen Hamburg und Baden-Württemberg (132). Die wenigsten registrierten Infektionen pro 100.000 Einwohner hat Mecklenburg-Vorpommern mit 27. Für ganz Deutschland liegt der Wert bei mehr als 80. Experten rechnen allerdings für das ganze Land mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

          Bundesweit mehr als 900 Todesfälle

          Mindestens 931 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Johns-Hopkins-Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67 Jahre alter Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

          Bislang liegt das Durchschnittsalter der Infizierten laut RKI bei 47 Jahren. Bei den Todesfällen lag das Durchschnittsalter am Dienstag bei 80 Jahren. Mehr als 500 Verstorbene waren 70 Jahre oder älter. Lediglich etwas mehr als 30 Tote waren jünger als 60 Jahre. Die jüngste bislang Verstorbene in Deutschland sei 28 Jahre alt gewesen.

          Eine nicht unwesentliche Aussagekraft, wie die Maßnahmen funktionieren, hat die Frist, in der sich die Infiziertenzahl verdoppelt. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ liegt die Zeit, in der sich die Infizierten-Zahlen verdoppeln, in NRW bei 13,3 (Vortag: 10,2) Tagen, in Bayern bei 9,0 (Vortag: 6,2). Für ganz Deutschland lag die Verdopplungsrate demnach am Donnerstagmorgen bei 11 Tagen (Stand:08.30 Uhr). Am Sonntag hatte sie noch bei etwa fünf Tagen gelegen. Auch diese Daten sind aufgrund der zu erwartenden hohen Dunkelziffer allerdings nicht hundertprozentig aussagekräftig. Derzeit werden laut Robert-Koch-Institut pro Woche etwa 350.000 Menschen in Deutschland getestet. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich.

          Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte diese Zahl, also die Verlangsamung der Verdoppelung, zum Maßstab gemacht für mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Nach den Worten ihres Kanzleramtschefs Helge Braun (CDU) haben sich die Zahlen bundesweit zunächst noch nach drei Tagen verdoppelt. Das Ziel müsse jedoch sein, dass sich die Infizierten-Zahlen erst nach „10, 12 oder 14 Tagen“ verdoppeln. Dann sei voraussichtlich ein Punkt erreicht, an dem das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

          Laut dem Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothaer Wieler, liege die Sterberate im Moment bei 0,8 Prozent. „Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf“, erläuterte er am Dienstag. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die Sterberate aufgrund der mehr werdenden Fälle in Pflege- und Altenheimen ansteigen wird. Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent.

          An diesem Mittwoch berät Merkel abermals mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Corona-Krise. Dabei dürfte es auch um die Effizienz der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen sowie um eine Bewertung der Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland.

          Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Viele Länder hatten die Kontaktbeschränkungen allerdings ohnehin schon bis zum 20. April beschlossen – an diesem Tag enden häufig die Osterferien.

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