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Coronavirus in Deutschland : RKI meldet mehr als 21.500 Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Fahrgäste betreten in der Frankfurter Innenstadt eine S-Bahn. Bild: Lucas Bäuml

In Deutschland sind erstmals mehr als 20.000 bekannte Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Zudem vermeldet das Robert-Koch-Institut 166 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der aktiven Fälle steigt auf über 205.000.

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          Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen.

          Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 06. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11.096. Das RKI schätzt, dass etwa 402.500 Menschen inzwischen genesen sind. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

          „Wir dürfen der Regierung aber keine Fesseln anlegen“

          Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger. Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.

          Unterdessen hat der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki davor gewarnt, die von den Koalitionsfraktionen geplante Präzisierung des Infektionsschutzgesetzes übers Knie zu brechen und durch das Parlament zu peitschen. Zur Begründung sagte Kubicki MDR-„Aktuell“, es handle sich um die massivsten Grundrechtseinschränkungen seit Bestehen des Landes. Der Bundestag will am Freitag über eine genauere gesetzliche Grundlage für die weitreichenden Corona-Beschränkungen beraten. SPD und Union zielen auf eine Überarbeitung des Gesetzes, um vor allem Grundrechtseinschränkungen besser abzusichern. Schon Mitte November könnte eine entsprechende Entscheidung fallen.

          Richter hatten angezweifelt, dass das Infektionsschutzgesetz in seiner aktuellen Form die weitreichenden Eingriffe in Grundrechte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie rechtfertigt. Auch Rufe nach einer stärkeren Beteiligung des Bundestags und der Länderparlamente an den Beschlüssen zur Bekämpfung der Pandemie hatten zuletzt zugenommen. Unionsfraktionsvize Thorsten Frei bezeichnete die Rolle des Bundestags in der Pandemie als „einen Spagat“. Es sei wichtig, dass das Parlament den Rahmen für die Maßnahmen vorgebe, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir dürfen der Regierung aber keine Fesseln anlegen.“

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          Nach einem Entwurf der Koalitionsfraktionen soll im Gesetz ein neuer Paragraf eingefügt werden, der besondere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus regelt. Welche Schritte nötig sein könnten, wird dann einzeln aufgelistet – etwa Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote oder Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, bezeichnete die Präzisierung als richtigen Schritt. „Grundrechtseingriffe auf der Grundlage eines im Parlament breit diskutierten und beschlossenen Gesetzes haben zudem bessere Aussichten, einer Überprüfung durch die Gerichte standzuhalten“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

          Den seit Montag laufenden Teil-Lockdown hält die Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) laut einer Umfrage grundsätzlich für angemessen. 16 Prozent waren der Ansicht, die neuen Maßnahmen gingen nicht weit genug, 24 Prozent der Befragten sagten, die Maßnahmen gingen zu weit. Das hat eine Umfrage unter Wahlberechtigten von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend in dieser Woche ergeben.

          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dringt auf personelle Verstärkung in den Schulen während der Corona-Pandemie. Der insbesondere an Grundschulen dramatische Lehrkräftemangel mache es sehr schwierig, sinnvolle Konzepte in der Schule auch tatsächlich umzusetzen, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Deshalb sollten unter anderem Studierende gewonnen werden, die die Schulen auf Honorarbasis unterstützen und auf Anleitung der Lehrkräfte kleine Gruppen betreuen.“

          Weil Corona-Labore immer öfter mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher kommen hat der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann vorgeschlagen, Corona-Tests auch in tierärztlichen Laboren auszuwerten. „Wir sollten auch Veterinärlabore für die Tests nutzen“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. Der Infektiologe warf der Bundesregierung vor, zu spät auf die Krise reagiert zu haben. „Man hätte schon im Frühsommer die Systeme widerstandsfähig machen müssen.“ Es werde nur von Woche zu Woche geplant.

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