https://www.faz.net/-guw-9zfhv

Corona-Krise in Amerika : Knapp drei Millionen neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

  • Aktualisiert am

Wieder mehr Arbeitslose in Amerika: Menschen stehen in einer Schlange vor einem Jobcenter in Las Vegas. Bild: dpa

Seit Beginn der Krise haben in den Vereinigten Staaten schon mehr als 36 Millionen Menschen ihren Job verloren.

          1 Min.

          In den Vereinigten Staaten haben infolge der Corona-Pandemie abermals Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis einschließlich 9. Mai wurden knapp drei Millionen Neuanträge registriert, wie das amerikanische Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den sieben Wochen zuvor hatten bereits mehr als 33 Millionen Menschen einen solchen Antrag gestellt – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Damit haben seit Mitte März mehr als 36 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren.

          Fast alle 50 Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte, Einkaufszentren und Betriebe wurden geschlossen, Restaurants und Hotels blieben leer. Viele Mitarbeiter dieser Unternehmen beantragten Arbeitslosenhilfe. Auch Entlassungen sind in Amerika einfacher und schneller möglich.

          Seit Anfang des Monats haben viele Bundesstaaten damit begonnen, die Corona-Vorschriften wieder langsam zu lockern - obwohl die Pandemie vielerorts noch längst nicht unter Kontrolle scheint. US-Präsident Donald Trumps Regierung hofft daher darauf, dass sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft ab dem dritten Quartal wieder rasant erholen werden.

          Bis Februar hatte die amerikanische Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte. Die Vereinigten Staaten steuern inzwischen trotz massiver Konjunkturpakete auf eine tiefe Rezession zu.

          Das dürfte Trump höchst ungelegen kommen, der sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der Präsident machte zuletzt Druck, die Corona-Beschränkungen der Bundesstaaten aufzuheben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dafür will er auch in Kauf nehmen, dass es weiter Neuinfektionen und Tote geben wird.

          Bislang sind in Amerika – einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern – Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 1,26 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 weltweit. Mehr als 75 000 Menschen starben in Amerika.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eigentlich das Aushängeschild des DFB: „Die Mannschaft“

          Deutscher Fußball-Bund : Der Absturz einer Marke

          Die Marke DFB ist beschädigt, die Nationalmannschaft enttäuscht sportlich. Dabei profitieren viele Branchen von erfolgreichen Turnieren. Auch deshalb erhöhen die Sponsoren nun den Druck.
          1971 lässt Frankreich auf dem Mururoa-Atoll eine Atombombe zu Versuchszwecken detonieren.

          Atomare Bedrohung : Worauf sich die Nato einstellen muss

          Auch wenn es die deutsche Politik gern anders hätte: Die Bedeutung von Kernwaffen in der Welt nimmt nicht ab, sondern zu. Besonders die Bedrohung durch Russland ist gewachsen. Auf Amerika kann Europa dabei immer weniger zählen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.