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Hunderttausende Impfdosen : Großlieferung von Moderna offenbar geplatzt

  • Aktualisiert am

Ein Arzt in Wiesbaden impft in einer Hausarztpraxis. In Hessen werden ab dem 6. April die niedergelassenen Ärzte in die Impfstrategie einbezogen. Bild: dpa

Deutschland muss bei seiner Impfkampagne anscheinend abermals umplanen: Eine Großlieferung des Moderna-Impfstoffs kommt wohl nicht wie geplant an.

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          Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ aus Regierungskreisen fällt Ende April eine große Lieferung von mehreren Hunderttausend Impfdosen der Firma Moderna aus. Laut einer Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums wurden für die 17. Kalenderwoche (26. April bis 2. Mai) konkret zwischen 627.600 und 878.400 Dosen des Unternehmens erwartet. Doch daraus wird nun offenbar nichts. 

          Für die Impfkampagne in Deutschland hat der Ausfall womöglich gravierende Folgen. Da auch Astra-Zeneca kurzfristig weniger liefert als gedacht, muss die Lücke mit Biontech gefüllt werden. Doch die Produktion des deutschen Herstellers läuft bereits auf Hochtouren. „Da wir kaum Reserven haben, zugleich aber dutzende Impftermine bereits für die nächsten Wochen gebucht sind, kommen wir in Schwierigkeiten“, so ein Regierungsvertreter zu „Business Insider“. Womöglich müssen nun also Impftermine storniert werden.

          Der Grund für den Lieferausfall war am späten Dienstagabend noch unklar. Die Lieferpläne von Moderna sind oft sehr kurzfristig, entsprechende Prognosen sind daher mit großer Unsicherheit behaftet. Bereits im März war eine Sendung kurzfristig ausgefallen. 

          Verfügbare Impfstoffdosen rasch verimpfen

          Unterdessen haben Gesundheitspolitiker mehrerer Parteien gefordert, verfügbare Impfstoffdosen rasch zu verimpfen statt sie für Zweitimpfungen zurückzustellen. Alles, was vorhanden sei, müsse für die Erstimpfung genutzt werden, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). „Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass möglichst viele einen Impfschutz aufbauen.“

          Wissen war nie wertvoller

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          Auch die Unions-Gesundheitsexpertin Karin Maag betonte, es sei „wichtig, dass wir mit den Erstimpfungen schneller vorankommen.“ Angesichts der zu erwartenden steigenden Liefermengen müssten verfügbare Dosen ohne Rückstellungen für die Zweitimpfung verimpft werden.

          Andrang der Impfwilligen

          Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus wies gegenüber dem RND auf die unverhofft große Nachfrage nach speziellen Astra-Zeneca-Impfterminen in mehreren Bundesländern hin. „Der Run auf Astra-Zeneca zeigt eines: Die Menschen wollen sich impfen lassen. Das ist ein sehr positives Zeichen“, sagte sie. Die FDP-Politikerin forderte mehr Impftermine mit dem Astra-Zeneca-Vakzin für Freiwillige. „Ein freiwilliges Impfangebot führt dazu, dass der holprige Impfstart nicht noch weiter ins Stocken gerät“, sagte sie.

          Am Osterwochenende waren etwa in Nordrhein-Westfalen rund 400.000 Termine für Über-60-Jährige, die sich mit dem Astra-Zeneca-Vakzin impfen lassen wollten, binnen eines Tages ausgebucht. Im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern hatten die Impfzentren am Ostermontag für Impfwillige ohne Termin geöffnet, um übrig gebliebene Astra-Zeneca-Dosen zu verimpfen. Hier trafen in Städten wie Wismar Interessierte teils zwei Stunden vor Öffnung ein und bildeten Hunderte Meter lange Schlangen.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will an diesem Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder über eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Zweitimpfungen beraten. Die Stiko hatte vergangene Woche empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Corona-Impfung mit dem Präparat von Astra-Zeneca erhalten haben, bei der zweiten Impfung auf ein anderes Mittel umsteigen sollen. Grund sind mehrere Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose. Fachleute vermuten, dass das sehr geringe Risiko jüngere Menschen betrifft. Das Impfstoff von Astra-Zeneca soll deshalb in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreicht werden.

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