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Corona-Pandemie in Deutschland : Ungeimpfte verschmähen Novavax

  • Aktualisiert am

Eine Impfung mit dem Novavax-Impfstoff wird vorbereitet. Bild: Getty

Die Nachfrage nach dem neu zugelassenen Corona-Impfstoff Novavax ist gering. Ungeimpfte lassen sich von dem Angebot offenbar nicht überzeugen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt derweil – und das Reisen wird ab Donnerstag einfacher.

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          Der Deutsche Hausärzteverband sieht die Hoffnung auf einen Impf-Boom durch das neue Vakzin des US-Herstellers Novavax skeptisch. „In den Praxen gibt es bislang nur vereinzelte Nachfragen von Patientinnen und Patienten zu dem Novavax-Impfstoff“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Nach aktuellem Stand ist es zumindest fraglich, ob der neue Impfstoff zu einer signifikanten Steigerung der Impfquoten führt.“

          Hausarztpraxen erreichten aktuell nur sehr wenige Terminwünsche für eine Impfung. „Wer sich bisher nicht hat impfen lassen, ist natürlich auch nur schwer zu überzeugen“, erklärte der Verbandschef. „Es ist offensichtlich, dass es für diese Menschen eine andere Art der Ansprache braucht.“ Die aktuelle Kommunikationskampagne mit den bekannten Slogans erreiche sie nicht.

          Die Bundesregierung hofft, dass das Mittel Nuvaxovid der Impfkampagne in Deutschland neuen Schwung verleiht. Es wurde als fünfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen - für Menschen ab 18 Jahren. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Erste Bundesländer begannen am Wochenende damit, das Präparat zu verabreichen. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff – es basiert also auf einer anderen Technologie als die bisher zumeist eingesetzten mRNA-Präparate von Pfizer und Moderna, gegen die manche Menschen Bedenken haben.

          Weniger Neuinfektionen als vor einer Woche

          Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist abermals gesunken. Der Wert lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Mittwochmorgen bei 1171,9. Am Dienstag hatte er 1213,0 betragen, am Mittwoch vor einer Woche 1278,9. Der Wert beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

          Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der erfassten Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Mittwochmorgen bei 186.406 nach 122.111 am Vortag und 209.052 vor einer Woche. Die Gesamtzahl der registrierten Ansteckungsfälle in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie überschritt damit die Marke von 15 Millionen Fällen und wuchs auf 15.053.624.

          Außerdem wurden laut RKI 301 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland stieg damit auf 123.238. Das RKI-Dashboard mit weiteren detaillierten Angaben war am Morgen noch nicht abrufbar.

          Reisen wird einfacher ab Donnerstag

          Ab Donnerstag gilt aus deutscher Sicht kein Land mehr als Corona-Hochrisikogebiet. „Mit verbreitetem Auftreten der Omikron-Variante zeigt sich, dass die Fähigkeit dieser Variante eine bedrohliche Erkrankung hervorzurufen, weniger schwerwiegend ist im Vergleich zu den vorherigen vorherrschenden Varianten“, erklärte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagabend. Deshalb würden nur noch solche Regionen als Hochrisikogebiete bezeichnet, in denen gefährlichere Varianten verbreitet sind.

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