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Corona-Impfstoff : China und die Mär von den Biontech-Toten

Als erste Person in Norwegen erhielt Svein Andersen am 27. Dezember in Oslo den Biontech-Impfstoff. Bild: AFP

China verbreitet, westliche Medien verschwiegen die Gefahren des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Damit soll die Kritik an der Intransparenz der eigenen Impfstoffhersteller unglaubwürdig gemacht werden.

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          Vor einigen Tagen verbreitete der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Zhao Lijian auf Twitter eine Meldung der iranischen Nachrichtenagentur FNA mit der Überschrift „Zehn Tote in Deutschland nach Impfung mit Pfizer-Mittel gegen Covid-19“. Eine Moderatorin des chinesischen Staatsfernsehens stellte dazu die Frage, warum westliche Medien wie BBC, CNN oder Reuters dieser Meldung denn nicht nachgegangen seien.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Der Tweet des Regierungssprechers ist Teil einer Kampagne, die darauf abzielt, Kritik an der Intransparenz chinesischer Impfstoffhersteller zu diskreditieren. Zu diesem Zweck berichteten Chinas Staats- und Parteimedien in den vergangenen Tagen auf Chinesisch und Englisch prominent über den Tod von 23 Hochbetagten in Norwegen, denen zuvor der Biontech-Impfstoff verabreicht worden war. Die Parteizeitung „China Daily“ titelte im sozialen Netzwerk Wechat: „Pfizer-Impfstoff tötet 23 in Norwegen und so reagieren ausländische Medien“. Die Parteizeitung „Global Times“ überschrieb ihren Kommentar mit den Worten „Warum verschwiegen Amerikas Medien die Pfizer-Impfstoff-Toten?“, als handele es sich um einen Vertuschungsskandal.

          Dabei berichteten zahlreiche westliche Medien über die Todesfälle in Norwegen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Montag, die norwegische Gesundheitsbehörde habe ihre Empfehlungen für die Vergabe des Biontech-Impfstoffs an Todkranke verändert. Die Behörde teilte mit, „gewöhnliche Nebenwirkungen könnten zu einem ernsten Verlauf bei gebrechlichen alten Leuten beigetragen haben“. In derselben Meldung heißt es, noch gebe es keinen Beleg für einen Zusammenhang.

          Die „Global Times“ beschrieb den Biontech-Impfstoff indessen als „großen Feldversuch am Menschen“, weil das ihm zugrundeliegende mRNA-Verfahren neu sei. Zugleich warf die Zeitung westlichen Medien vor, „ihre Propaganda zu nutzen, um für Pfizer-Impfstoff zu werben und chinesische Impfstoffe in den Dreck zu ziehen“.

          Kaum Daten von Sinovac

          Letzteres bezieht sich auf Berichte über ein Mittel des Herstellers Sinovac, über dessen Wirksamkeit nach klinischen Tests in Brasilien, Indonesien und der Türkei unterschiedliche Angaben gemacht wurden. Weltweit haben zahlreiche Wissenschaftler Unverständnis darüber geäußert, dass das chinesische Unternehmen bisher keine weiteren Daten veröffentlicht hat, die eine Beurteilung durch externe Forscher zulassen würden. 

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          Im chinesischen Internet werden derweil von nationalistischen Eiferern Zweifel an den Biontech-Daten gestreut. Freilich gibt es auch Stimmen, die sich um eine Versachlichung bemühen. „Es geht hier nicht um gewinnen oder verlieren“, schrieb der Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens. Es sei keine nationale Schande, zuzugeben, dass der Biontech-Impfstoff wirksamer sei als die heimischen Präparate. Entscheidend sei allein, dass sich auch damit die Pandemie effektiv unter Kontrolle bringen lasse. 

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