https://www.faz.net/-guw-afuqz

Coronavirus weltweit : Impfauffrischung für alle Briten ab 50 Jahren

  • Aktualisiert am

National Covid Memorial Wall in London: Das Denkmal wurde von Freiwilligen gestaltet, um den Opfern der Pandemie zu gedenken. Bild: dpa

In Großbritannien können alle, die älter als fünfzig Jahre sind, ihre Coronaimpfung auffrischen lassen. In Canberra dauert der Lockdown einen Monat länger als geplant. In zahlreichen anderen Ländern wird über eine Impfpflicht diskutiert.

          5 Min.

          In Großbritannien können über 50-Jährige sowie Heimbewohner und Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, gilt die Regelung auch für klinisch extrem gefährdete Menschen sowie für Risikopatienten zwischen 16 und 65 Jahren. Insgesamt kommen damit mehr als 30 Millionen Menschen für eine sogenannte Booster-Impfung in Frage.

          Ihnen soll frühestens sechs Monate nach vollendetem ersten Impfdurchlauf das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Alternativ sei auch der Impfstoff von Moderna möglich. Der britischen Zeitung The Guardian zufolge soll das Joint Committee on Vaccination and Immunisation, das die britischen Behörden zu Impfstoffen berät, die Auffrischungsimpfungen unabhängig vom Impfstoff der Erstimpfung empfehlen. Verabreicht werden soll die Spritze zusammen mit der normalen Grippeimpfung. Ob auch gesunde Menschen unter 50 die Auffrischungsimpfung erhalten, soll entschieden werden, wenn mehr Daten vorliegen.

          Bereits am Montag hatten sich die obersten medizinischen Regierungsberater der vier Landesteile dafür ausgesprochen, auch Zwölf- bis 15-Jährige gegen das Coronavirus zu impfen. Die Teenager sollen ebenfalls Biontech/Pfizer erhalten. Damit könnten sich insgesamt etwa drei Millionen Jugendliche impfen lassen. Premierminister Boris Johnson hatte deutlich gemacht, dass er der Empfehlung der Mediziner folgen werde.

          Vermutlich werden die Impfdosen in der Schule oder mit Vermittlung der Schulen verabreicht. Zunächst wird den Teenagern nur je eine Dosis gespritzt. Ob sie wie Erwachsene eine zweite Dosis erhalten, soll noch geprüft werden. Dafür seien mehr internationale Daten nötig. Eine Entscheidung wird nicht vor Frühling erwartet.

          Canberra bleibt im Lockdown

          Indes bleibt die Region Australian Capital Territory mit der australischen Hauptstadt Canberra einen weiteren Monat im Lockdown. Diese Entscheidung traf die Regionalregierung am Dienstag, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten.

          Canberra ist vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der von der derzeitigen Welle besonders schwer betroffen und seit einem guten Monat im Lockdown ist. Mitte August wurde im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt.

          Die Regionalregierung teilte weiter mit, dass bislang etwa 50 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Im Australian Capital Territory leben rund 430.000 Menschen. Die Beschränkungen sollen erst dann gelockert werden, wenn mindestens 70 Prozent der Bürger zwei Impfdosen erhalten haben, hieß es.

          Auch die Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und Victoria mit der Millionenstadt Melbourne sind weiter im Lockdown. Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Corona-Krise eine Null-Covid-Strategie verfolgt und war wegen extrem strikter Regeln lange erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante häufen sich aber die Lockdowns.

          Generelle Impfpflicht in Turkmenistan und Vatikan

          Derweil diskutieren weltweit zahlreiche Länder über die Einführung einer Impfpflicht. Oftmals – wie etwa in Deutschland – werden dabei aber nur bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte oder Schulpersonal in den Blick genommen. Einige Länder haben die Pflicht in der einen oder anderen Form schon eingeführt.

          Eine Impfpflicht für die gesamte erwachsene Bevölkerung eines Landes ist selten. Das weitgehend isolierte Turkmenistan zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die offiziell noch keinen einzigen Corona-Fall gemeldet haben. Dennoch gilt in dem zentralasiatischen Land eine Corona-Impfpflicht für alle Bewohner ab 18 Jahren „ohne medizinische Kontraindikation“.

          F.A.Z. Newsletter Coronavirus

          Täglich um 12.30 Uhr

          ANMELDEN

          Im kleinsten Land der Welt, dem Vatikan, wurde bereits am 8. Februar eine Impfpflicht für alle Bewohner und dort beschäftigten Angestellten eingeführt. Die Strafen bei einem Verstoß reichen theoretisch bis hin zur Entlassung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eines ist allen in der Union klar: Auch ein knappes Rennen, ja sogar ein knapper Sieg führen nicht automatisch ins Kanzleramt.

          Wer wird Bundeskanzler? : Laschets Kampf geht weiter

          Trotz herber Verluste will Armin Laschet weiter Kanzler werden – auch als Zweitplatzierter. Das ginge nur mit Grünen und FDP. Eine „Zukunftskoalition“ nennt er das. Söder spricht von einem „Bündnis der Vernunft“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.