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Virtueller Treffpunkt : Im Videochat geht die Welt der sozialen Kontakte weiter

  • -Aktualisiert am

Ines Försterling trifft sich im Videochat mit Komilitoninnen, um gemeinsam zu lernen. Ein bisschen Spaß muss sein, wie ihre Hintergrundbilder zeigen. Bild: Screenshot/Zoom/Ines Försterling

„Skype“, „Zoom“, oder „Whatsapp“ – all diese Videochat-Programme helfen Menschen zur Zeit, sich trotz Kontaktsperre zu sehen. Wie fühlt sich die Umstellung an?

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          Es sind ungewöhnliche Zeiten, in denen gewöhnliche Dinge, wie der Besuch bei der Psychologin, der Gang in die Uni oder der Freitagabend mit Freunden, gestrichen sind, weil jeder angehalten ist, seine sozialen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. So soll die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Videochats bekommen dadurch eine ganz neue Bedeutung. Drei Personen berichten, wie sich das virtuelle Treffen für sie anfühlt, welche Programme sie nutzen und ob es für sie eine echte Alternative darstellt.

          Die etwas andere Therapiestunde

          In der Psychotherapie kommt es nicht nur auf die Gespräche und die Stimmlagen der Patienten an. Besonders Mimik und Gestik sind oft wichtig, um Diagnosen für Krankheitsbefunde stellen zu können. Viele Psychologen und Psychiater führen jetzt, wo jeder zuhause bleiben soll, Therapien im Videochat mit ihren Patienten fort. Sandra Jankowski ist Psychologin in Zeuthen und Mitglied des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Die erste Videosprechstunde für ihre Patienten hat sie bereits 2014 angeboten – damals für Beratung und Coaching oder für den Fall, dass ein Patient im Urlaub war. Diese langjährige Praxis kommt ihr in der aktuellen Lage zu Gute. „Durch meine Erfahrung kann ich Patienten ihre Unsicherheiten nehmen, weil ich in dem Umgang mit Videositzungen schon sicher bin.“

          Anfangs, also vor sechs Jahren, hat sie für Sitzungen das Videochatprogramm Skype genutzt. Das kannten ihre Patienten bereits aus den privaten Chats mit Freunden. Hier gab es jedoch ein Problem: Psychologen unterliegen der Schweigepflicht und sind somit besonders verantwortlich für den Datenschutz bei Onlineprogrammen. Skype erfüllt diese Richtlinien nicht hinreichend, die Option „Skype Business“ kam erst später hinzu. Dieses für berufliche Videokonferenzen ausgelegte Programm bot den Therapeuten mehr Sicherheit, ist aber auch kostenpflichtig.

          Sandra Jankowski ist Psychotherapeutin in Zeuthen. Sie hält nun viele Therapiesitzungen per Videochat mit ihren Patienten ab.

          Heute nutzt die Psychologin „Zoom“ und „Sprechstunde Online“. Beides wird von ihrem Praxisverwaltungsprogramm unterstützt und ist bereits im System eingebunden. Durch das Einbinden solcher Videochatplattformen reagieren die Verwaltungsprogramme auf die wachsende Nachfrage in Zeiten der Corona-Krise. Jankowski kann solch ein Meeting direkt aus dem bereits vorhandenen Programm mit den Patienten starten. Der Vorbereitungsaufwand ist für Patienten und Therapeuten gering und die Umsetzung funktioniert gut, sagt sie.

          Bislang nehmen weniger Patienten das Angebot der Videosprechstunde in Anspruch, als erwartet. „Es bestehen bei vielen doch noch Unsicherheiten, ob sie sich dabei wohlfühlen“, sagt Jankowski. Diejenigen, die das Angebot annehmen, geben ihr jedoch durchweg positives Feedback über die neuartige Behandlungsform via Videochat. Eine Studie der Universität Leipzig bestätigt diese Erfahrung: Demnach fiel die Therapie bei den per Videochat geführten Gesprächen mit Menschen, die an einer Depression leiden, sogar wirksamer aus, als bei jenen Patienten, die den Therapeuten persönlich gegenüber saßen.

          Vorlesung vor Strandkulisse

          Normalerweise hätte Ines Försterling, Studentin der Wiener Universität für Angewandte Kunst am Freitag in die Uni gemusst. In Österreich gelten schon seit einer Woche strenge Ausgangsbeschränkungen, alle Universitäten sind somit ebenfalls geschlossen. Doch der Unterricht geht weiter. Seit letztem Montag finden alle Seminare und Vorlesungen für Ines und ihre Kommilitonen per Videochat statt. Wie viele andere Hochschulen – vor allem in Amerika  – nutzt auch ihre Uni das Programm „Zoom“ und besitzt Lizenzen hierfür. Ines hat eine Email der Hochschule erhalten, in der der Video-Unterricht genauestens erklärt wird. Aus dem Hinweis der Mail, dass das Programm aus Amerika stammt, wo andere Datenrichtlinien herrschen als in Österreich, schließt die Studentin eine leichte Skepsis. „Es klang fast, als müssten wir jetzt etwas in Kauf nehmen, in diesen Zeiten“, sagt sie.

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