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Neuer Corona-Ausbruch : Göttingen stellt Hochhaus mit 700 Leuten unter Quarantäne

Absperrband ist vor einem Göttinger Wohnkomplex am Innenstadtrand zu sehen. Jetzt steht noch ein anderes Hochhaus unter Quarantäne. Bild: dpa

Abermals wird ein Hochhaus-Komplex in Göttingen zum Corona-Hotspot: Mehr als 100 Bewohner sind bereits positiv auf das Virus getestet worden. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl noch steigen wird.

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          In Göttingen gibt es abermals einen großen Corona-Ausbruch. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstagmittag bekanntgab, wurden bei einem Reihentest mindestens 102 der insgesamt knapp 700 Bewohner eines Hochhauskomplexes positiv auf das Virus getestet. Rund sechzig Testergebnisse standen am Donnerstagmittag noch aus. Die Wohnanlage wurde vollständig unter Quarantäne gestellt, weil die Behörden davon ausgehen, dass es viele Kontaktpersonen ersten Grades in den Gebäuden gibt. Bis kommenden Donnerstag dürfen die Bewohner die Wohnanlage nicht verlassen.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Der Gebäudekomplex gilt schon seit längerem als sozialer Brennpunkt. Auf den Infektionsherd waren die Behörden gestoßen, nachdem bei zwei junge Frauen das Virus im Rahmen einer präventiven Routinekontrolle in einem Krankenhaus festgestellt wurde. Die Stadtverwaltung beschloss darauf, alle Bewohner zu testen. Die Untersuchungen wurden zu Beginn der Woche mit mobilen Testzentren direkt vor dem Gebäude vorgenommen.

          Der Raum Göttingen nähert sich aufgrund des Ausbruchs abermals der kritischen Schwelle von 50 Infektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Der Wert stieg am Donnerstag von 17,09 auf 44,86. Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) rechnet noch mit weiteren Infektionen.

          Bei der Nachverfolgung der Infektionsketten haben die Behörden mit Sprachbarrieren zu kämpfen. Nach Angabe der Stadt leben in dem Gebäude viele Personen rumänischer Sprache. Die hygienischen Verhältnisse in dem Wohnkomplex sind nach Informationen der F.A.Z. gerade unter Pandemie-Gesichtspunkten schwierig. Etliche der Wohnungen seien überbelegt und die schlechtbelüfteten Flure würden teils als Gemeinschaftsräume genutzt, berichtet eine mit den Bedingungen vertraute Person.

          Die Wohnanlage liegt an der Groner Landstraße in der Nähe des Göttinger Hauptbahnhofs. Ebenfalls in der Nähe des Bahnhofs liegt auch der Iduna-Komplex, in dem am 23. Mai zu einem großem Corona-Ausbruch gekommen war. Nach dem Corona-Ausbruch im Iduna-Zentrum waren im Stadtgebiet Göttingen für zwei Wochen die Schulen geschlossen worden und erst am Montag dieser Woche wieder geöffnet worden. Eine abermalige Schließung der Schulen ist nach Angaben der Stadtverwaltung gegenwärtig nicht geplant.

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