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Corona-Eindämmung : So wird die Kurve flach

  • -Aktualisiert am

Das Sanitätsflugzeug der Bundeswehr im Hangar in Köln Bild: dpa

Die Politiker sind im Moment nicht zu beneiden: Es darf nicht zu viele Corona-Kranke auf einmal geben. Gleichzeitig soll Deutschland nicht monatelang stillstehen. Wie soll das zusammengehen?

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          Die deutsche Regierung steht vor einer großen Aufgabe. Sie muss eine Kurve steuern wie ein Schiff durch schwere See, wobei niemand diese See kennt, ihre Riffe, Strömungen und Untiefen. Die Kurve der Corona-Infizierten darf nicht steiler steigen, als das Gesundheitssystem es mitmacht; zugleich darf sie nicht auf eine Weise flachgedrückt werden, die das Land in den Ruin und die soziale Verödung stürzt. Alle sind sich einig, dass der Ausnahmezustand nicht länger dauern darf als unbedingt nötig; aber, und das macht es schwierig, auch nicht kürzer als unbedingt nötig. Das richtige Maß ist das Ziel.

          Doch das wird noch gesucht. Die deutsche Strategie ist im Moment, Zeit zu gewinnen. Dazu dient die Kontaktsperre, die seit zwei Wochen in Kraft ist. Sie verschiebt den großen Ausbruch der Infektion nach hinten. Die gewonnene Zeit kann genutzt werden, um sich vorzubereiten. So gibt es nun 40.000 Intensivbetten statt wie bisher 28.000. Weil außerdem viele Operationen verschoben wurden, sind knapp die Hälfte dieser Betten für Patienten frei, die am Coronavirus erkrankt sind. Es gibt 30.000 Beatmungsgeräte. Viele Firmen haben ihre Produktion umgestellt; sie fertigen jetzt Teile für weitere Beatmungsmaschinen, außerdem Desinfektionsmittel, Covid-19-Tests und Masken. Selbst zu Hause im Wohnzimmer sitzen Bürger, bestellen Stoff und Gummibänder im Internet und nähen daraus Masken für die Verwandtschaft. Deutschland wappnet sich.

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