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Corona-Zahlen steigen : Bundesregierung erwägt Reisewarnung für Balearen

  • Aktualisiert am

Urlaubsimpressionen am Strand von Cala Major auf Mallorca Bild: dpa

Auf Mallorca, der bisher beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, werden immer mehr Corona-Fälle registriert. Es könnte eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mallorca und die drei anderen Baleareninsel Ibiza, Menorca und Formentera folgen.

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          Die Bundesregierung prüft angesichts eines Anstiegs der Zahl von Corona-Neuinfektionen eine Reisewarnung für die Balearen. Darüber gebe es derzeit regierungsinterne Beratungen, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr, am Freitag in Berlin. Eine solche Warnung gibt es bereits für mehrere spanische Regionen, Mallorca und die benachbarten Inseln sind bislang jedoch nicht betroffen. „Wir beobachten die gestiegenen Fallzahlen in Spanien sehr genau“, sagte Adebahr zur Entwicklung in dem bei deutschen Touristen beliebten Land. Dies gelte auch für die Balearen, wo es ebenfalls einen Anstieg der Infektionszahlen gebe. „Daher kann es sein, dass die Bundesregierung eine Reisewarnung ausspricht“, sagte die Sprecherin weiter. Bislang gebe es dazu aber noch keine Entscheidung.

          Lesen Sie hier eine aktuelle Meldung zur Reisewarnung für Spanien.

          Das Auswärtige Amt wies darauf hin, dass die Entscheidung über Reisewarnungen anhand verschiedener Kriterien erfolge. Dazu gehöre insbesondere die Einstufung eines Staats oder einer Region als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut (RKI). Solche Risikogebiete sind laut RKI in Spanien derzeit Katalonien, Aragón, das Baskenland, Navarra und die Hauptstadt Madrid. Für diese Regionen besteht auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

          Auf Mallorca, der bisher beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, kletterte während der vergangenen sieben Tage die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag auf mehr als 50 je 100.000 Einwohner. In einem solchen Fall hat das Robert-Koch-Institut bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es zurzeit mehr als 1500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die „Mallorca Zeitung“ am Freitag. Die Regionalregierung weist jedoch darauf hin, dass viel mehr als im Frühjahr getestet werde und die meisten Betroffenen keine bis nur leichte Krankheitssymptome aufwiesen.

          Nachtbars müssen schließen

          Angesichts einer zweiten Infektionswelle mit dem Coronavirus in vielen Landesteilen hat die spanische Regierung weitere drastische Maßnahmen beschlossen. Diskotheken und Nachtbars müssen vorerst geschlossen bleiben, wie Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag mitteilte. Restaurants müssen um ein Uhr nachts schließen, nach Mitternacht dürfen keine neuen Gäste empfangen werden.

          Zudem dürfe im Freien nicht mehr geraucht werden, wenn der Mindestabstand von zwei Metern unterschritten ist, teilte Illa mit. Er hatte zuvor eine Krisensitzung mit den Gesundheitsbehörden der einzelnen Regionen des Landes abgehalten, in deren Kompetenz Gesundheitsfragen fallen. Das Rauchverbot war am Donnerstag bereits von zwei Regionen, den Kanaren und Galicien, erlassen worden. Raucher sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) womöglich mehr gefährdet, sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder dieses weiterzugeben, weil sich beim Rauchen Finger und Lippen berühren.

          Spanien gehört zu den vom Coronavirus am schlimmsten betroffenen Regionen Europas. Am Donnerstag waren fast 3000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden registriert worden.

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