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An Bahnhöfen und in Zügen : Bundespolizei ermahnt täglich mehr als 3000 Reisende ohne Maske

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Mitarbeiter der Bundespolizei kontrollieren in einem Zug die Einhaltung der Maskenpflicht. Bild: dpa

An Bahnhöfen und in Zügen ermahnen Beamte der Bundespolizei pro Tag zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Meist stoßen sie dabei auf Verständnis – doch in einem Zug bei Lüneburg ist die Situation nun eskaliert.

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          Beamte der Bundespolizei ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. „Die Bundespolizei unterstützt die zuständigen Gesundheitsämter seit Wochen in großem Umfang bei der Durchsetzung der Maskenpflicht auf Bahnhöfen und in Zügen“, sagte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann am Freitag. In den allermeisten Fällen stoße sie bei den Reisenden auf Verständnis.

          Für Ordnungswidrigkeitsverfahren und die Durchsetzung der Covid-19-Eindämmungsverordnungen sind die Landesbehörden zuständig. Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden.

          Keine „Hilfssheriffs“

          Die Bundespolizei wies darauf hin, dass dieses Verfahren nicht nur in Fernzügen, sondern in allen Zügen der Deutschen Bahn Anwendung finde, sowie in Zügen anderer Verkehrsunternehmen, die auf den Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes verkehren. Notfalls könne auch mit gebührenpflichtigen Platzverweisen und der Übermittlung der Personalien an die Gesundheitsämter reagiert werden.

          Die Verkehrsminister der Länder hatten am Mittwoch erklärt, die Beschäftigten von Bus- und Bahn-Unternehmen könnten keine „Hilfssheriffs“ werden. In einem Beschluss stellt die Verkehrsministerkonferenz nach Beratungen fest, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht grundsätzlich Aufgabe des Staates sei, nicht alleine der Unternehmen.

          Bereits am Donnerstag sind mehr als 80 Aktivisten einer kurdischen Jugendbewegung sind in einem Zug von Lüneburg in Richtung Hamburg ohne Maske und Fahrschein Zug gefahren – und haben dann bei der Kontrolle die Zugbegleiterin heftig angepöbelt. Deswegen stoppte der Zug im Bahnhof in Bardowick, wo die Bundespolizei und weitere Einsatzkräfte der Landespolizei im Einsatz auf sie warteten.

          Die Polizisten seien von den Reisenden unmittelbar „mit massiver körperlicher Gewalt angegriffen worden“, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Erst als 248 Bundespolizisten und 54 Beamte des Landes Niedersachsen vor Ort eingetroffen seien, habe die Situation beruhigt und die Identität der randalierenden Anhänger des PKK-Führers Abdullah Öcalan festgestellt werden können.

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