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Dritte Corona-Impfung : BioNTech arbeitet an Vakzin gegen Delta-Variante

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Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer: Muss bald aufgefrischt werden? Bild: dpa

Braucht es bald eine dritte Impfung gegen das Coronavirus? BioNTech und Pfizer gehen davon aus und berufen sich auf eigene Studien. Die Mainzer forschen sogar schon an einem neuen Impfstoff gegen die gefährlichere Delta-Variante.

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          Der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech und sein amerikanischer Partner Pfizer planen nach eigenen Angaben, für die Zulassung einer dritten Dosis ihres Corona-Vakzins bald entsprechende Daten bei der US-Behörde FDA, der europäischen Arzneimittelbehörde EMA und weiteren Zulassungsbehörden einzureichen. „Obwohl der Schutz gegen schwere Erkrankungen sechs Monate lang hoch bleibt, ist mit einer Abnahme der Wirksamkeit gegen symptomatische Fälle im Laufe der Zeit und dem Auftreten von Varianten zu rechnen“, erklärten die beiden Unternehmen. Deshalb könnte eine dritte Dosis sechs bis zwölf Monate nach der ersten Impfung erforderlich sein, „um den höchstmöglichen Schutz aufrecht zu erhalten“.

          EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte in Madrid, die EU sei auf dieses Szenario bereits „vorbereitet“. Die amerikanischen Gesundheitsbehörden erklärten, vollständig geimpfte US-Bürger bräuchten derzeit keine dritte Impfdosis. Auffrischungsdosen würden aber verabreicht, „wenn die Wissenschaft gezeigt hat, dass sie notwendig sind“.

          Ähnlich äußerte sich auch die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Sie sieht noch keine Datengrundlage für Corona-Auffrischungsimpfungen. „Es ist im Moment zu früh zu bestätigen, ob und wann eine Booster-Dosis bei Corona-Impfstoffen nötig sein wird“, teilte die Agentur am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Es gebe noch nicht genug Daten aus Impfkampagnen und Studien zur Dauer des Impfschutzes. Man stehe aber mit Herstellern bezüglich Boostern in Kontakt, um regulatorische Schritte so schnell wie möglich unternehmen zu können, falls dies notwendig sei.

          In Deutschland wird das Biontech-Vakzin seit Ende Dezember verimpft. Mittlerweile sind 41,5 Prozent der Bevölkerung mit diesem oder anderen Corona-Impfstoffen vollständig geimpft. Laut Biontech/Pfizer zeigen erste Daten einer Studie, dass eine dritte Impfung mit dem Biontech-Vakzin die Menge an Antikörpern gegen den Original-Virusstamm und die zuerst in Südafrika entdeckte Beta-Variante um das fünf- bis zehnfache erhöht. Es sei mit einem ähnlichen Effekt bei der Abwehr der Delta-Variante zu rechnen.

          Der kubanische Impfstoffhersteller Finlay de Vacunas empfiehlt schon jetzt drei Dosen, wie am Donnerstag (Ortszeit) mitgeteilt wurde. Statt bei 62 Prozent nach zwei Dosen liege die Wirksamkeit dann bei 91,2 Prozent.

          Biontech arbeitet derzeit jedoch außerdem an einem Impfstoff, der speziell vor der Delta-Variante schützen soll. Die ersten Proben sind in einem Werk in Mainz in Produktion. Die klinischen Studien könnten nach Unternehmensangaben im August beginnen.

          Die Delta-Variante breitet sich derzeit in Deutschland und vielen anderen Ländern schnell aus. Insbesondere in Südostasien macht sie den Menschen und Gesundheitssystemen zu schaffen. In Thailand ordneten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre sowie weitere Restriktionen in der Hauptstadt Bangkok und neun Provinzen des Landes an.

          Südkorea meldete mit 1316 Fällen binnen 24 Stunden den stärksten Anstieg der Corona-Neuansteckungen seit Beginn der Pandemie. Regierungschef Kim Boo Kyum verfügte, dass in der Hauptstadt Seoul nach 18.00 Uhr keine Treffen in Gruppen von mehr als zwei Menschen mehr erlaubt sind und die Schulen geschlossen werden.

          Indonesien erhielt am Freitag Hilfsgüter für seine überlasteten Krankenhäuser. Zwei Militärmaschinen aus Singapur brachten dringend benötigte Sauerstoffflaschen, Beatmungsgeräte sowie Schutzausrüstung nach Jakarta. In den Städten auf der Insel Sumatra wurden die Corona-Restriktionen den schärferen Vorgaben auf Java und Bali angeglichen.

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          In Indonesien stecken sich auch immer mehr Ärzte und anderes medizinisches Personal mit Corona an. Laut indonesischem Ärzteverband starben bereits fast tausend Mitarbeiter im Gesundheitssektor an Covid-19, darunter auch gut ein Dutzend vollständig Geimpfte. Diese Fälle nährten Zweifel an der Wirksamkeit des in Indonesien vielfach eingesetzten chinesischen Impfstoffs Sinovac. Die Behörden kündigten daher am Freitag an, medizinisches Personal bekomme eine Auffrischungsimpfung mit dem Vakzin des amerikanischen Herstellers Moderna.

          In der vietnamesischen Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt trat derweil ein zweiwöchiger Lockdown in Kraft. In Australiens größter Stadt Sydney wurden die Lockdown-Restriktionen weiter verschärft. Der Südpazifik-Staat Fidschi kündigte eine Impfpflicht für alle Angestellten im Staatsdienst und in der Privatwirtschaft an.

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