https://www.faz.net/-guw-a5z8n

„Das müssen wir vermeiden“ : Belgien kritisiert deutsche Corona-Weihnachtsregeln

  • Aktualisiert am

Der belgische Gesundheits- und Sozialminister Frank Vandenbroucke bei einem Treffen in Brüssel Bild: dpa

Zehn Personen dürfen sich in Deutschland an Weihnachten treffen – plus Kinder. In Belgien sind die Einschränkungen dagegen deutlich strikter. Der dortige Gesundheitsminister kritisiert nun die Regeln in den Nachbarländern.

          1 Min.

          Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke hat die in Deutschland geplanten Lockerungen der Corona-Regeln über Weihnachten kritisiert. „Wenn es etwas gibt, was das Virus mag, dann sind das Feste, vor allem mit wechselnden Teilnehmern, das müssen wir unbedingt vermeiden“, sagte Vandenbroucke am Freitagabend nach einem Bericht der Agentur Belga. „Deshalb finde ich, dass unsere Nachbarländer nicht das tun, was angebracht wäre.“

          Ministerpräsident Alexander De Croo hatte von Reisen in Risikogebiete im Ausland abgeraten und Kontrollen an den belgischen Grenzen angekündigt, ob Einreisende das vorgeschriebene Formular ausgefüllt haben. Anschließend soll stichprobenartig geprüft werden, ob die geforderte Quarantänezeit eingehalten wird. „Wir sehen, dass sich die Zahlen in unserem Land gut entwickeln“, sagte De Croo. „Das Letzte, was wir wollen, ist, das Virus wieder nach Belgien zu importieren.“

          Belgien hatte sich trotz sinkender Corona-Zahlen entschieden, bis mindestens Mitte Januar und auch über Weihnachten strikte Kontaktbeschränkungen aufrecht zu erhalten. Haushalte dürfen nur eine weitere Person einladen. Nur Alleinstehende dürfen an den Feiertagen zwei Freunde oder Verwandte gleichzeitig empfangen – die sogenannten „Knuffelcontacte“. In Deutschland sollen an Weihnachten bis zu zehn Personen zusammen feiern dürfen, plus Kinder.

          F.A.Z.-Newsletter „Coronavirus“

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Das kleine Belgien hatte zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Fallzahlen in Europa und verhängte deshalb Anfang November scharfe Auflagen. Am Freitag einigten sich Regierung und Regionen auf geringfügige Lockerungen: Ab Dienstag dürfen alle Geschäfte wieder öffnen, statt nur Lebensmittelhändler und Läden mit unbedingt notwendigen Waren. Auch Museen und Schwimmbäder dürfen wieder aufmachen. Lokale, Kinos und Veranstaltungssäle bleiben jedoch geschlossen, ebenso Friseure und andere Geschäfte mit Körperkontakt. Über Neujahr gilt ein landesweites Böllerverbot.

          Weitere Themen

          Trump ließ sich heimlich gegen Corona impfen

          Corona-Liveblog : Trump ließ sich heimlich gegen Corona impfen

          Mehr als 50 Millionen Erstimpfungen in Amerika +++ Spahn rechnet mit Impfungen in Arztpraxen ab April +++ Bundesregierung gegen Freigabe von Astra-Zeneca-Impfstoff für alle +++ Österreich verteilt kostenlose Schnelltests +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Wahlkampf im zweiten Corona-Jahr: Winfried Kretschmann (hier beim Bundesparteitag der Grünen) will seine Position als Ministerpräsident von Baden-Württemberg verteidigen.

          TV-Duell in Baden-Württemberg : 60 Minuten quälender Stellungskrieg

          Beim TV-Duell zwischen Baden-Württembergs amtierenden Ministerpräsidenten und seiner Herausforderin Susanne Eisenmann kann auch der Moderator keine Kontroversen herauskitzeln. Das Publikum wartet – kurz vor der Wahl – vergeblich auf Impulse.
          Die mobilen Impfteams bleiben zusätzlich zu den Impfzentren im Einsatz.

          Coronaviurs : Warum Impfstoffe horten viele Menschenleben kostet

          Die Debatte um den Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca sorgt für eine langsamere Verimpfung. Eine Studie verdeutlicht nun, wie wichtig es ist, auch weniger wirksame Impfstoffe schnellstmöglich zu verimpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.