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Corona-Ausbruch in Hamburg : Wenn Darth Vader seine Daten hinterlegt

Ein Schild mit dem Text „Sorry, Heute leider geschlossen“ hängt an der Tür der Kneipe „Katze“ in Hamburg. Bild: dpa

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar werden die Gäste gesucht. Das gestaltet sich schwierig, da einige falsche Kontaktdaten hinterließen. Die Infektionszahlen in der Hansestadt sind ohnehin gestiegen.

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          Am Tag nach der Schreckensmeldung herrscht vor der Bar gähnende Leere, die Bierbänke sind hochgestellt, nur ein paar Fernsehkameras stehen davor. Der Ort, der für Hamburg zu einem Corona-Hotspot zu werden droht, ist längst geschlossen. Eine beliebte Bar auf der Schanze, dem linksbewegten Ballermann in der Hansestadt. „Katze“ heißt sie, schräg gegenüber von der „Roten Flora“ liegt sie. Am Eingang klebt noch ein Zettel mit den Corona-Regeln – Abstand, Respekt und: „Wir dürfen keine kranken Leute reinlassen.“

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Das Problem ist aber, dass in der Bar selbst mehrere Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sind – so hat es der Senat nun mitgeteilt. Jetzt wird nach Hunderten Menschen gesucht, die in der Bar gefeiert haben. „Es muss angenommen werden, dass sich Gäste ohne ausreichenden Abstand angesteckt haben könnten“, heißt es vom Senat. Die Meldung hat einige Unruhe verursacht.

          Dabei ist Hamburg nach anfänglichen Schwierigkeiten – im März waren vor allem die aus den Skiferien in Österreich zurückgekommenen Hansestädter für höhere Infektionszahlen verantwortlich – bislang ganz ordentlich durch die Corona-Krise gekommen. Seit Monaten schon öffnet sich die Stadt immer weiter. Seit dieser Woche dürfen sich Kunden auf der Reeperbahn sogar wieder sexuelle Dienstleistungen kaufen, wenn auch unter strikten Auflagen: eine Mund-Nasen-Bedeckung muss getragen, Termine müssen vereinbart und die Kundenkontaktdaten aufgenommen werden.

          Unter Auflagen startete jetzt auch das für seine Clubkonzerte bekannte Reeperbahnfestival in eine „Corona-Edition“, vor den Bühnen der Clubs soll dabei nicht gedrängelt, sondern auf Stühlen gesessen werden. Auch zur Wiedereröffnung der Schulen zog der Bildungssenator kürzlich noch eine positive Bilanz. Allerdings am selben Tag, als auch der erste größere Corona-Ausbruch in einer Hamburger Schule bekanntwurde: Mehr als 30 Schüler und drei Schulbeschäftigte hatten sich infiziert. Denn während die Öffnungen immer weitergehen, steigen auch in Hamburg die Infektionszahlen: 46 Fälle kamen am Donnerstag hinzu. Und da sind die Folgen eines möglichen Ausbruchs in der „Katze“ noch nicht erfasst.

          Lange schon hat die Stadt Feiermeilen wie die Schanze oder die nur ein paar Fahrradminuten entfernte Reeperbahn genau im Blick. Die Bezirke hatten deshalb für diese Straßen an Wochenenden schon den Außer-Haus-Verkauf von Alkohol verboten. Bislang wurden sechs Infektionen in der „Katze“ nachgewiesen. Zu insgesamt 600 Gästen, die an drei verschiedenen Abenden dort gefeiert hatten, wollen die Behörden Kontakt aufnehmen. Allen, die an diesen Abenden die Bar betreten haben, droht offenbar eine zweiwöchige Quarantäne wegen der infizierten Bedienungen.

          Besonders schwierig ist die Kontaktaufnahme, weil viele Gäste falsche Kontaktdaten hinterlassen haben. 500 Gäste habe man aber schon erreicht, wurde der Sprecher der zuständigen Behörde am Donnerstag zitiert. Am vergangenen Wochenende sollen dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der Bar bekanntgeworden sein. Der Betreiber habe die Bar dann freiwillig geschlossen. Stefanie von Berg, die zuständige Bezirksamtsleiterin, schrieb auf Twitter, wer seine Kontaktdaten nicht korrekt hinterlege, gefährde sich und andere. „Darth Vader mit falscher Telefonnummer kann nicht kontaktiert werden.“

           

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