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Kreuzfahrtschiff „Zaandam“ : Land in Sicht

  • -Aktualisiert am

Hoffnung auf einen Hafen: Passagiere auf der MS Zaandam Bild: AFP

Nachdem der amerikanische Präsident Trump sich für die Passagiere auf der „Zaandam“ eingesetzt hatte, hat Floridas Gouverneur Ron DeSantis einer Genehmigung zum Anlegen zugestimmt. Zuvor hatte er mehrmals abgelehnt.

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          Nach tagelangen Auseinandersetzungen über das Kreuzfahrtschiff MS Zaandam, auf dem zwei Passagiere an Covid-19 starben und mindestens neun weitere mit dem Coronavirus infiziert wurden, hat Floridas Gouverneur Ron DeSantis einer Genehmigung zum Anlegen zugestimmt. Die Gesundheitsbehörden des Bezirks Broward, Küstenwache und Grenzschutz einigten sich am späten Mittwochabend mit dem britisch-amerikanischen Kreuzfahrtanbieter Holland America Line darauf, das Schiff und sein Schwesterschiff MS Rotterdam am Donnerstag im Hafen Everglades vor Fort Lauderdale ankern zu lassen. Nach Evakuierungsplänen, die die Holland America Line, eine Tochter des Kreuzfahrtunternehmens Carnival, auf Anweisung der Behörden in Florida ausarbeitete, werden alle Passagiere ohne Symptome mit Gesichtsmasken zu Flughäfen gebracht. Von dort sollen die etwa 2000 überwiegend kanadischen, britischen und amerikanischen Touristen nach Hause reisen. Die etwa 45 Infizierten oder möglicherweise Covid-19-Symptome Aufweisenden werden derweil an Bord der MS Zaandam behandelt. Nach den Evakuierungsplänen erwartet nur die etwa zehn Intensivpatienten eine Verlegung in Krankenhäuser in Floridas Süden.

          Gouverneur DeSantis hatte zuvor mehrmals abgelehnt, das Kreuzfahrtschiff aufzunehmen. Mit Rücksicht auf die ohnehin knappen Kapazitäten in der Corona-Pandemie erklärte sich der 41 Jahre alte Republikaner anfangs nur bereit, etwa 50 Bewohner des Sunshine State an Land zu lassen. „Zu Beginn haben wir eine Überforderung der Krankenhäuser befürchtet. Es sieht aber so aus, als ob das Ganze für unsere Krankenhäuser doch zu schaffen ist“, sagte DeSantis dem Sender Fox am Mittwoch. Er habe mit Präsident Donald Trump gesprochen, der eine „Lösung“ angeregt habe. Trump kündigte zudem die Entsendung medizinischen Personals nach Fort Lauderdale an. Zudem sicherte der Präsident Washingtons Unterstützung bei der Heimreise der Kreuzfahrtpassagiere zu. „Die Leute sind in einer misslichen Lage, egal woher sie kommen. Sie sterben, und wir können nicht einfach zusehen. Das weiß auch der Gouverneur“, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus.

          20 weitere Schiffe warten auf Anlegegenehmigung

          Die MS Zaandam hatte am 7. März, einige Tage vor der Einstellung aller Kreuzfahrten durch das Unternehmen Carnival, zu einer zweiwöchigen Reise in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires abgelegt. Als das Schiff wie geplant in Chile ankern wollte, versagte das Land die Dockerlaubnis. Nach der Meldung der ersten Infizierten schickte der Kreuzfahrtanbieter das Schwesterschiff MS Rotterdam, das Gäste ohne Symptome an Bord nahm. Laut „Miami Herald“ blieben auf der MS Zaandam fast 440 Passagiere und etwa 600 Besatzungsmitglieder zurück. Wie die Zeitung meldete, warten in den Gewässern vor Südflorida etwa 20 weitere Kreuzfahrtschiffe auf Anlegegenehmigungen. Im Februar hatte schon die Diamond Princess mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Während das Kreuzfahrtschiff auf Anordnung japanischer Gesundheitsbehörden im Hafen von Yokohama unter Quarantäne stand, waren an Bord sechs Passagiere an Covid-19 gestorben und weitere 705 infiziert worden.

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