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Arzt führt 2G-Regel ein : „Die Impfunwilligen spalten die Gesellschaft – nicht ich“

Impfgegner protestieren am Montag gegen den Besuch von Bundespräsident Steinmeier bei einer Impfaktion an der Ruth-Cohn-Schule in Berlin-Charlottenburg. Bild: dpa

Christian Albert will in seiner Arztpraxis ab 2022 nur noch Corona-Genesene oder Geimpfte behandeln. Ein Interview über die Gründe dafür, die Empörung nach der Ankündigung und 2G-Partys, auf denen sich Menschen anstecken.

          4 Min.

          Herr Dr. Albert, Sie und Ihre Kollegen wollen in Ihrer Praxisgemeinschaft in Hannover von Januar 2022 an die 2G-Regel anwenden und nur noch Corona-Genesene oder Geimpfte behandeln. Warum?

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Ich betreibe eine reine Schmerzpraxis und habe Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist. Zum Beispiel wegen einer Chemotherapie oder wegen einer laufenden Palliativtherapie. In der Praxis zwei Etagen unter uns werden Intensivpatienten betreut, auch solche, die auf eine Herztransplantation warten. Das sind besondere Patientengruppen, die alles gebrauchen können, nur keine Covid-Erkrankung. Und da jetzt jeder die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, wollen wir ab 2022 nur noch Patienten behandeln, die geimpft oder genesen sind. Wir haben das erst für Januar angekündigt, damit jeder noch die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen. Das können Patienten direkt bei uns in der Praxis machen. Wer das nicht will, lässt es eben und sucht sich eine andere Praxis.

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