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Coronavirus in Deutschland : 55 Kreise seit sieben Tagen ohne bestätigte Neuinfektion

  • Aktualisiert am

Passau zählt zu den Kreisen, die zuletzt keine Neuinfektionen gemeldet hatten. Bild: dpa

In rund 13 Prozent der deutschen Landkreise wurden nach einer Auswertung der F.A.Z. in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Corona-Fälle gemeldet. In drei Bundesländern wurde außerdem an einem Tag keine neue Infektion bekannt.

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          55 deutsche Landkreise haben nach einer Auswertung der F.A.Z. in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Sie verteilen sich über alle Bundesländer. Das entspricht rund 13 Prozent der insgesamt 412 Kreise.

          Über dem von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen lagen Stand Dienstag, 0.00 Uhr, zwei Kreise in Bayern: Coburg (82,25) und Straubing (54,4). In Coburg vermutete die Kreisverwaltung einen Zusammenhang mit einer erhöhten Zahl von Erkrankungen im benachbarten Kreis Sonneberg und einem dort beheimateten Dialyse-Zentrum, in Straubing waren zahlreiche Mitarbeiter eines Schlachthofs positiv auf das Virus getestet worden.

          Dem Robert-Koch-Institut wurden am Montag 513 neue Fälle gemeldet. Insgesamt wurden damit seit Beginn der Pandemie 175.210 Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Davon sind 155.700 nach Schätzungen des RKI bereits wieder genesen. 8007 Todesopfer wurden dem Institut bislang gemeldet.

          Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein meldeten am Montag keine neuen Infektionen an das RKI. Hamburg teilte am Dienstag mit, dass erstmals seit mehreren Wochen von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages keine weiteren Fälle von Covid-19-Infektionen gemeldet worden seien. Mit Ausnahme von Bayern (+132) und Nordrhein-Westfalen (+120) lagen die gemeldeten Neuinfektionen in den übrigen Bundesländern im zweistelligen, teilweise sogar im einstelligen Bereich.

          Studie soll tatsächliche Virusverbreitung erforschen

          Wie viele Personen in der Bevölkerung tatsächlich mit dem Virus infiziert sind oder waren, will das RKI in der Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis erforschen. 2000 zufällig ausgewählte Personen sollen auf Antikörper getestet werden, erklärte Thomas Lampert aus der RKI-Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring bei der Vorstellung der Studie „Corona-Monitoring lokal“ am Dienstag. Die Ergebnisse seien dann repräsentativ für die Gemeinde Kupferzell, aber nicht übertragbar auf das ganze Land. Das Vorgehen ähnle dem der Gangelt-Studie. Insgesamt sei es wichtig, mehrere verschiedene Gemeinden zu betrachten, die sich voneinander unterscheiden, um zu verstehen, wie sich das Virus verbreite, so Lampert. „Das lernt man nicht durch die Betrachtung einer einzelnen Gemeinde.“

          Kupferzell eignet sich laut den Behörden gut für eine Untersuchung, weil die Gemeinde recht isoliert im ländlichen Raum liegt. Außerdem war Kupferzell schon früh ein Corona-„Hotspot“: Bei einem Kirchenkonzert am 1. März steckten sich viele Menschen an. In den folgenden Wochen wurden 112 Menschen positiv getestet, drei von ihnen starben. Neben Kupferzell nehmen noch drei weitere stark von der Corona-Pandemie betroffene Gemeinden in Deutschland an der Studie teil. In sechs Wochen soll es erste Ergebnisse geben, Zwischenergebnisse werden bis dahin nicht verkündet.

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