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Wer ist Christian Drosten? : Ein Virologe wird zum Hoffnungsträger

Mit verstrubbelten Haaren und offenem Hemdkragen wirkt der Virologe Christian Drosten oft angenehm unprätentiös. Bild: dpa

Dieser Virologe ist ein Glücksfall für Deutschland: Christian Drosten hat schon vor zwei Monaten das angemahnt, woran das Land gerade mit Hochdruck arbeitet. Ein Porträt.

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          So kennt man ihn nicht. Die warme Stimme, die für viele Deutsche zu einer Art Sound der Corona-Krise geworden ist, auch weil sie maximale Ruhe ausstrahlt, selbst wenn es darum geht, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern, klingt plötzlich gepresst: „Das ist doch kompletter Unsinn, was da geschrieben wird in den Zeitungen“, sagt Christian Drosten. „Da wird einfach irgendeine Comicfigur kreiert.“

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine halbe Stunde am Telefon mit dem Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité: Das dreigeschossige Klinkergebäude, an dessen Eingang auch in Nicht-Corona-Zeiten ein Schild vor Infektionsgefahr warnt, ist wie so viele Orte in Deutschland inzwischen für Fremde geschlossen. Trotzdem scheint dieser für ein Krankenhausgelände vergleichsweise kleine Bau, keine anderthalb Kilometer Luftlinie vom Kanzleramt entfernt, zu einer ersten Adresse der Bundesrepublik geworden zu sein. „Aufklärer der Nation“, „die schlaue Eminenz“, der „Corona-Papst“, schreiben Zeitungen. Drosten sagt, er ertrage es nicht, so etwas überhaupt zu lesen. Als seine Frau ihm kürzlich einen Artikel gezeigt habe, in dem so etwas wie „Kann er Kanzler?“ gefragt worden sei, habe er den Text vom Handy weggewischt.

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