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Chloroquin nicht erfolgreich : Präsidiale Wunder müssen warten

Wenig Wirkung bisher: Behälter des Medikaments Hydroxychloroquin von verschiedenen Herstellern. Derzeit testen mehrere Experten weltweit die Wirkung des Malaria-Medikamentes auf das neuartige Coronavirus. Bild: dpa

Donald Trump in Amerika und Emmanuel Macron in Frankreich haben früh auf Chloroquin als Wundermittel gegen Covid-19 gesetzt. Doch das Anti-Malaria-Medikament enttäuscht in vielen klinischen Tests.

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          Arzneipolitik im Panikmodus – die Urteile über das Verhalten der beiden höchsten Repräsentanten der Vereinigten Staaten und Frankreichs in der Coronakrise waren nicht immer schmeichelhaft. Manche Kritik an Donald Trump und Emmanuel Macron ging noch weiter: Nicht Evidenz, sondern Egoismus und Interessen würden sie leiten. Worum ging es? Um zwei Wirkstoffkandidaten für die Bekämpfung von Covid-19: Chloroquin und dessen etwas später entwickeltes Derivat Hydroxychloroquin.

          Beide Mittel sind seit Jahrzehnten auf dem Markt, also längst zugelassen, wenn auch nicht als Substanzen, die Viren abtöten, sondern als Mittel gegen Malaria und Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis. Während der Sars- und Mers-Epidemien vor siebzehn und acht Jahren war dann entdeckt worden, dass die beiden Arzneien zumindest in Zellkulturen effektiv die Vermehrung vieler Viren – eben auch der Coronaviren – hemmen können. Die Mittel verhindern offenbar den Eintritt der Viren in die Zellen, und sie sollen, so leitete man aus früheren Verfahren ab, das Immunsystem günstig beeinflussen. Gleichzeitig sind ihre Nebenwirkungen in höheren Dosen berüchtigt – von Herzproblemen bis zu psychiatrischen Effekten und Netzhautablösungen.

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