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Covid-19-Entwarnung in China : Wann kommt das Ende der Epidemie?

Auf Wiedersehen, Virus? Personal eines Behelfskrankenhauses, das in Wuhan als Reaktion auf das Coronavirus eingerichtet worden war, winken angesichts von dessen Schließung. Bild: dpa

In China spricht die Führung schon vom Ende der Epidemie. Doch diesmal wird es kaum so ausgehen wie bei früheren Coronavirus-Seuchen. Mit weiteren Infektionswellen ist zu rechnen.

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          In vielen Regionen Chinas ist man seit gut zwei Wochen da, wo man hierzulande und überhaupt überall außerhalb Chinas schon gerne wäre: Die Zahl der Neuinfektionen fällt, die der Opfer auch. Seitdem sind auch die Durchhalteparolen aus Peking sehr viel leiser geworden. Die offiziellen Vertreter der Regierung sprechen nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand vom Ende der Epidemie.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Infektionsdaten sprechen mittlerweile Bände und spiegeln die Kurven bei einem typischen Epidemieverlauf: Die Zahlen ermittelter Neuinfektionen und Toten fallen, und sie sinken täglich weiter. Am Dienstag gab es nach Behördenangaben nur 17 Neuansteckungen in Wuhan – dies war die niedrigste Zahl seit Beginn der Veröffentlichung der Neuinfektionen in China am 21. Januar. Zwei weitere neue Fälle wurden aus anderen Gebieten gemeldet. Die tägliche Zahl der offiziell an Sars-CoV-2 gestorbenen Patienten ist längst im einstelligen Bereich. Das heißt allerdings nicht, dass bei nun knapp 81.000 Infizierten und 3120 Toten Schluss mit der Seuche in China wäre.  

          Von Eindämmung ja, aber vom Ende der Epidemie wollen Fachleute wie der Leiter des Coronavirus-Konsiliarlabors in Berlin, Christian Drosten, nichts wissen –  auch nicht im Falle Chinas. Denn das Virus kursiert weiter, und die meisten Menschen auch in Seuchenstaaten sind noch ohne Immunschutz. Tatsächlich ist der starke Rückgang in der Region Hubei das – zeitlich verzögerte – Resultat der konsequenten Quarantänemaßnahmen. Die soziale Isolation wirkt, China gilt dafür inzwischen als das beste Beispiel, aber man kann auch auf Singapur, Taiwan oder Hongkong verweisen.

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          Menschen haben sich in diesen Ländern nicht mehr auf Veranstaltungen getroffen, durften nicht mehr reisen, Schulen waren geschlossen, Betriebe dicht, die Leute mussten zu Hause bleiben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Konsequenz der Chinesen hochgelobt. Seit gestern werden die Quarantänebestimmungen nun auch in Wuhan gelockert. Und viele Virologen wie Epidemiologen fürchten deshalb eine zweite Infektionswelle. Viele Menschen ohne Immunschutz werden in die 15-Millionen-Metropole zurückkehren, und viele Städter werden wieder reisen.

          Die größten Chancen auf ein Ende der Epidemie gibt es nach jetzigem Stand tatsächlich erst nach Einführung eines Impfstoffs. Bei „Sars“, der schwersten früheren Coronavirus-Epidemie, war es durch Isolation und durch die virenfeindliche Witterung zum Ende der Epidemie im Sommer gekommen. Bei „Mers“, der zweiten Corona-Seuche, die viel weniger ansteckend ist als das neue Sars-CoV-2-Virus, ist die Verbreitung bis heute nicht gestoppt.

          Die Hoffnung, das neue Coronavirus könnte durch Wärme und Trockenheit im Sommer leiden und zumindest vorübergehend in Europa verschwinden, könnte unerfüllt bleiben. Der Verlauf in Iran, China und Südostasien zeigt, dass das Virus auch bei an sich Corona-feindlichen Bedingungen überraschend lebensfähig ist.

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