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China und die Corona-Epidemie : Kontrollwahn und Paranoia

Ein Desinfektionskommando in Schutzanzügen in Peking am 15. Februar 2020. Bild: EPA

Chinas Kommunistische Partei geht gegen die Corona-Epidemie vor wie gegen politische Gegner. Das Wir-Gefühl, das sie ständig beschwört, entsteht jedoch gerade in Abgrenzung von den rigiden – und oftmals paranoiden – Maßnahmen.

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          Eigentlich hatte die chinesische Regierung Transparenz versprochen. Aber bei den Streifenpolizisten im Norden von Peking hat sich das noch nicht herumgesprochen. Erst vor drei Minuten sind wir vor dem Xiaotangshan-Krankenhaus aus dem Taxi gestiegen. Schon sind sie da und verlangen Presseausweise und machen Fotos von uns. Eine wird per Gesichtserkennung identifiziert. Die Technik funktioniert nicht ganz so gut, wie immer behauptet wird. Auf dem Smartphone des Polizisten werden drei Personen aufgelistet, auf die die Gesichtsdaten passen könnten.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Es ist nicht so, dass man vor dem Xiaotangshan-Krankenhaus Geheimes erfahren könnte. Aber die Reflexe der Partei greifen auch hier. In Zeiten des Coronavirus treten der Kontrollwahn, die Paranoia und die politischen Mechanismen des Apparats noch deutlicher zutage als sonst. Wegen der Epidemie müssten jetzt die Personalien aller Auswärtigen erfasst werden, erklärt der Polizist. Ganz so, als würde das Virus zwischen Anwohnern und Auswärtigen unterscheiden.

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