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Corona in Deutschland : Inzidenz in Sachsen steigt deutlich über 800

  • Aktualisiert am

Ein medizinischer Mundschutz liegt im bayrischen Bad Hindelang auf einem Parkplatz. Bild: dpa

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Das RKI meldet 42.727 Neuinfektionen – 28 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Bundesweit liegt die Inzidenz nun bei 372,7. Gesundheitsminister Spahn verteidigt sich derweil gegen Kritik.

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          Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist abermals auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 372,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 362,2 gelegen, vor einer Woche bei 289 (Vormonat: 85,6). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 42.727 Corona-Neuinfektionen - 28 Prozent mehr als vor einer Woche.

          Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 75 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 55 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.354.942 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,34 an (Donnerstag: 5,30). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

          Sachsen bleibt Hotspot

          Es gibt weiterhin große regionale Unterschiede im Infektionsgeschehen. In achtzehn Landkreisen lag die Sieben-Tage-Inzidenz über 1.000. Sechzehn Landkreise verzeichneten einen Inzidenzwert von weniger als 100. In Sachsen liegt die Inzidenz mittlerweile deutlich über 800. Das RKI meldete am Sonntag konkret einen Wert von 862,1. Am Samstag lag die Inzidenz - die Zahl der gemeldeten Neuinfektion pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - noch bei 793,7. Der Freistaat bleibt damit bundesweiter Corona-Hotspot vor Bayern (639,4) und Thüringen (628).

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          Fünf Landkreise liegen in Sachsen über einem Inzidenzwert von 1000. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist mit einer Inzidenz von 1618,6 nach wie vor am stärksten betroffen. Darauf folgen die Landkreise Bautzen (1336,2), Meißen (1201,9), Nordsachsen (1195,3) und der Erzgebirgskreis (1103,6). Die niedrigste Inzidenz meldete das RKI abermals für die Landeshauptstadt Dresden (448,4).

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI bundesweit mit 4.626.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99.062.

          Spahn geht in Verteidigungshaltung

          Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte derweil die viel kritisierte Begrenzung von Bestellmengen beim Corona-Impfstoff von BioNTech. „Ich weiß, dass diese kurzfristige Umstellung für viele engagierte Helferinnen und Helfer vor Ort in den Arztpraxen und Impfzentren viel zusätzlichen Stress bedeutet. Und das bedauere ich ausdrücklich“, sagte der CDU-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachfrage nach BioNTech sei in den letzten zwei Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere. Allein in der neuen Woche würden fast sechs Millionen Dosen an die impfenden Stellen geliefert. Das sei mehr, als es bisher überhaupt an Booster-Impfungen in Deutschland gegeben habe.

          Aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums zu Impfstofflieferungen geht zudem hervor, dass Deutschland in diesem Monat voraussichtlich fast 8,8 Millionen Dosen BioNTech über die Initiative Covax an Drittstaaten spenden wird oder gespendet hat.

          Mit BioNTech und Moderna gebe es zwei exzellente und hoch wirksame Impfstoffe. Von beiden gebe es genug, um bis Jahresende 50 Millionen Menschen zu impfen, sagte Spahn. „Ich kann versprechen, dass jeder, der sich impfen lassen will, einen guten, sicheren und wirksamen Impfstoff bekommt.“ In manchen Studien zur Wirkung von Auffrischungsimpfungen schneide eine dritte Impfung mit Moderna sogar besser ab als eine mit BioNTech.

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