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Bund plant Teil-Lockdown : Keine privaten Reisen, keine Gastronomie, kein Amateursport

  • Aktualisiert am

Passanten gehen vergangene Woche durch die Stuttgarter Fußgängerzone. Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Restaurants schließen, Schulen offen lassen, touristische Übernachtungen und Treffen mit vielen Menschen unterbinden, Friseurbesuche aber weiterhin erlauben – so könnte es kommen, wenn die Bundesregierung heute ihre Pläne durchsetzt.

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          Die Bundesregierung will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die Coronavirus-Pandemie in Deutschland eindämmen. Die Bevölkerung soll dazu aufgerufen werden, Kontakte zu anderen Menschen „auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren“. Ausgenommen seien Angehörige des eigenen Hausstandes. Das ergibt sich aus einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. Der Entwurf liegt der F.A.Z. vor. Demnach sollen die Maßnahmen vom 4. November an deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende November gelten. Die Deutsche Presse-Agentur will am Mittwochnachmittag aus den laufenden Video-Beratungen zwischen Merkel und den Ministerpräsidenten erfahren haben, dass die Maßnahmen abweichend von der Vorlage schon am 2. November in Kraft treten sollen. Entscheidungen werden in jedem Fall erst im Laufe des Mittwochs verkündet.

          Ziel von Bund und Ländern sei es, „zügig die Infektionsdynamik zu unterbrechen, damit in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Beschränkungen“ erforderlich seien, heißt es in der schriftlichen Vorlage. „Familien und Freunde sollen sich auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können. Dazu bedarf es jetzt erneut, wie schon im Frühjahr, einer gemeinsamen Anstrengung.“

          Gastronomie und Treffen mit Anderen

          Unter anderem sollen Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen geschlossen werden – ausgenommen Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, wie bereits während der ersten Coronavirus-Welle im Frühjahr.

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          Auch soll der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit deutschlandweit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, heißt es in dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes.

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          Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien „angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel“. Alle Bürger sollen aufgefordert werden, generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten.

          Gastgewerbe, Kultur und Dienstleistungen

          Der Bund will ferner touristische Übernachtungsangebote im Inland für fast den gesamten November verbieten. „Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt“, heißt es in dem Entwurf.

          Außerdem will der Bund Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, deutschlandweit fast den ganzen November untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser schließen. Laut dem Entwurf betrifft die Regelung auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen. Auch Messen, Kinos und Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle sollen schließen.

          Auch Dienstleistungsbetriebe für die Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe sollen dem Entwurf zufolge bis Ende November geschlossen werden. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa für Physiotherapien sollen aber möglich bleiben. Auch Friseursalons sollen unter den bestehenden Hygieneauflagen geöffnet bleiben.

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