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Corona-Verstöße in England : Britische Polizei löst illegale Partys und Treffen auf

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Ein geschlossener Pub: Wegen der Corona-Pandemie sind in Großbritannien strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Kraft. Bild: dpa

Ein Club, ein illegaler Pub und eine Reise zu einer seltenen Vogelart: Trotz strenger Corona-Regeln löst die Polizei in Großbritannien immer wieder illegale Treffen auf – und verhängt hohe Bußgelder.

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          In Großbritannien hat die Polizei immer wieder mit Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen zu tun. Bei der Schließung eines illegalen Clubs mit etwa 150 Gästen in England sind Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Ein Beamter wurde leicht verletzt, als Feiernde flüchteten, wie die Polizei in Birmingham am Dienstag mitteilte. Dutzende Menschen seien entkommen, aber gegen etwa 70 Gäste seien noch an Ort und Stelle Geldbußen von je 200 Pfund (230 Euro) verhängt worden. Dem DJ droht eine Strafe von 10.000 Pfund. Wegen der Corona-Pandemie sind in Großbritannien strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Kraft.

          Die Polizei war auf die Party aufmerksam geworden, weil zahlreiche Taxis Menschen in der Gegend abgesetzt hatten. Daraufhin verschafften sich die Beamten in der Nacht zum Sonntag Zugang zu dem Gebäude und fanden Partygäste auf zwei Etagen – es gab einen Bar-Bereich, ein Tanzzimmer sowie ein Fitnessstudio. „Obwohl es viel Hoffnung gibt wegen der Corona-Impfungen müssen die Menschen daran denken, dass wir noch immer im Lockdown sind und das Virus sich weiterhin ausbreitet und eine echte Gefahr für alle ist“, sagte der stellvertretende Polizeichef der Region West Midlands, Chris Todd.

          Rund 15 Kilometer nordwestlich von Birmingham entdeckte die Polizei zudem eine Werkstatt, die in einen illegalen Pub verwandelt worden war. Die Kneipe hatte sich sogar einen Namen gegeben: „The Covid Arms“ (Zum Covid-Wappen). Der Eigentümer muss nun 1000 Pfund Strafe zahlen.

          Verbotene Reise wegen Spottdrossel

          Kurios wurde es in der englischen Grafschaft Devon: Dort sind mehrere Vogel-Fans bei einer verbotenen Reise erwischt worden, auf der sie eine seltene Vogelart fotografieren wollten. Fünf Menschen mussten am Wochenende Strafe zahlen, nachdem die Polizei über den Bruch der Corona-Regeln verständigt worden war, wie die Devon and Cornwall Police am Montag mitteilte. Im aktuellen Lockdown sind Reisen bis auf wenige Ausnahmen verboten. Die Menschen in England dürfen das Haus zwar für Sport oder Spaziergänge verlassen, sollen dabei aber im eigenen Viertel bleiben.

          Die Vogel-Fans hatten sich auf den Weg in das Seebad Exmouth in Devon gemacht, um einen Blick auf die sogenannte Spottdrossel zu erhaschen. Die Vogelart soll Berichten zufolge zum ersten Mal seit 30 Jahren in der Region aufgetaucht sein. Üblicherweise kommt die Spottdrossel eher in Kanada, Mexiko oder den Vereinigten Staaten vor. Ein Anwohner in Exmouth hatte Fotos von dem Vogel in seinem Garten auf Twitter geteilt und damit für Begeisterung in der Beobachter-Szene gesorgt.

          Zehn Jahre Haft bei Falschangaben

          Darüber hinaus haben sich in Großbritannien die ersten Reiserückkehrer in die verpflichtende zehntägige Hotel-Quarantäne begeben. Die betroffenen Passagiere seien am Montag vom Flughafen Heathrow von Sicherheitsbeamten zu Reisebussen begleitet und in Hotels in der Nähe gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Rückkehrer aus 33 auf einer „Roten Liste“ stehenden Ländern nach England müssen seit Montag verpflichtend und auf eigene Kosten die vorgeschriebene Zahl von Nächten in einem von der Regierung organisierten Hotel verbringen. Das gilt für Briten, Iren und in Großbritannien lebende Bürger – ansonsten gilt aus den Hochrisikogebieten ein Einreisestopp.

          Für Passagiere, die wegen der neuen Bestimmung in Quarantäne müssen, reservierte die Regierung zunächst 4600 Zimmer in 16 Hotels in Flughafennähe. Der Aufenthalt kostet pro Person 1750 Pfund. Bei Verstoß drohen drakonische Strafen: Wer nicht in eines der vorgegebenen Hotels eincheckt, muss bis zu 10.000 Pfund bezahlen. Für falsche Angaben auf dem verpflichtenden Einreiseformular sind sogar bis zu zehn Jahre Haft möglich.

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