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Nach Corona-Infektion : Brasilianischer Häuptling Raoni aus Krankenhaus entlassen

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Ende August wurde Häuptling Raoni rund 200 Kilometer von seinem Heimatdorf im Amazonas entfernt ins Krankenhaus eingeliefert. Bild: AFP

Häuptling Raoni hat seine Corona-Infektion überstanden. Das Krankenhaus entließ den international bekannten Aktivisten, der sich in Brasilien für Umweltschutz und Menschenrechte engagiert.

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          Der etwa 90 Jahre alte brasilianische Häuptling Raoni Metuktire hat nach seiner überstandenen Corona-Infektion am Freitag das Krankenhaus verlassen. „Er hat sich von der Herzentzündung, einer Nebenwirkung von Covid-19, erholt und ist bereits von der Infektionskrankheit geheilt“, erklärte das Raoni-Institut am Freitag. „Er hat das Krankenhaus verlassen“, teilte das Krankenhaus im Bundesstaat Mato Grosso mit.

          Der international bekannte Menschenrechts- und Umweltaktivist war vor rund einer Woche in das Krankenhaus Dois Pinheiros de Sinop, rund 200 Kilometer von seinem Heimatdorf im Amazonasgebiet entfernt, eingewiesen worden. Er hatte Symptome einer Lungenentzündung. In der Klinik wurde der Häuptling, dessen genaues Alter nicht bekannt ist, positiv auf das Coronavirus getestet. Eine Herzrhythmusstörung wurde ebenfalls diagnostiziert.

          Schwer mitgenommen vom Tod seiner Frau

          Erst vor einem Monat war Raoni eine Woche lang in derselben Einrichtung wegen Magen- und Darmgeschwüren behandelt worden. Der Tod seiner Frau Bekwyjka Ende Juni hatte ihn gesundheitlich schwer mitgenommen.

          Das Oberhaupt des Volks der Kayapó macht sich seit langer Zeit international für die Rechte der Ureinwohner Brasiliens und für den Schutz des Regenwaldes stark. Er ist auch ein erklärter Gegner des rechtsradikalen brasilianischen Staatschefs Jair Bolsonaro. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP Anfang Juni warf Raoni Bolsonaro vor, die Coronavirus-Pandemie „auszunutzen“, um sein Volk zu dezimieren, das nur sehr begrenzten Zugang zu öffentlichen Gesundheitsdiensten hat.

          Die indigene Bevölkerung Brasiliens ist von der Pandemie aufgrund geringerer Abwehrkräfte schwer betroffen: Fast 30.000 Indigene wurden bisher infiziert, 785 starben, wie aus den jüngsten Daten von APIB, der Vereinigung der indigenen Völker Brasiliens, hervorgeht.

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