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Studie der Hersteller : Biontech-Impfstoff hat hohe Wirksamkeit bei 12- bis 15-Jährigen

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Ein 18 Jahre alter Junge wird in Israel mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft. Bild: AFP

Eine Nachricht, die Mut macht: Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist einer ersten Studie zufolge bei Jugendlichen mit 100 Prozent noch wirksamer als bei Erwachsenen. Noch sind die Ergebnisse aber nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

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          Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer hat bei Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren nach Unternehmensangaben in einer Zulassungsstudie eine Wirksamkeit von hundert Prozent gezeigt. Die Immunantworten der Studienteilnehmer hätten die „robusten Antikörperantworten“ von geimpften 16- bis 25-Jährigen übertroffen, teilten die Unternehmen am Mittwoch in Mainz und New York mit. Die Verträglichkeit sei zudem „gut“. Das geht nach Angaben der Unternehmen aus Ergebnissen einer Studie mit 2260 jungen Menschen der genannten Altersgruppe in den Vereinigten Staaten hervor. Die Teilnehmer hätten den Impfstoff gut vertragen. „Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen“, hieß es.

          Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein amerikanischer Partner Pfizer wollen die Daten, die aus einer zulassungsrelevanten Studie der sogenannten Phase drei mit Jugendlichen stammen, in den kommenden Wochen bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur EMA einreichen. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht. In den Vereinigten Staaten und in der EU ist ihr Impfstoff bislang nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Andere Vakzine werden erst ab einem Alter von 18 Jahren verimpft.

          Die Unternehmen sprachen von „sehr hohen Antikörperantworten“ bei den Studienteilnehmern im Alter von zwölf bis 15 Jahren. Dies sei ein ermutigendes Zeichen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ziel sei es nun, Impfungen „schnellstmöglich“ auf diese Altersgruppe auszuweiten. „Es ist sehr wichtig, Kindern eine Rückkehr zum normalen Schulalltag sowie Treffen mit Familie und Freunden zu ermöglichen“, erklärte Biontech-Gründer Ugur Sahin am Mittwoch.

          In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie hat eine Hälfte der Teilnehmer den mRNA-Impfstoff bekommen, die andere Hälfte ein Placebomittel. Unter den ungeimpften Jugendlichen erkrankten später 18 an Corona, unter den Geimpften niemand. Darauf basierend geben die Hersteller die Wirksamkeit bei Jugendlichen mit 100 Prozent an. Zum Vergleich: Die aktuelle Zulassung für den Einsatz ab 16 Jahren basiert auf einer Wirksamkeit von 95 Prozent.

          Erste Dosis für Kinder zwischen zwei und fünf ab kommender Woche

          Die beiden Firmen starteten inzwischen auch Zulassungsstudien zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Laut Biontech und Pfizer erhielten in der vergangenen Woche zunächst Teilnehmer im Alter zwischen fünf und elf Jahren eine erste Impfdosis. Ab kommender Woche sollen auch Teilnehmer zwischen zwei und fünf Jahren eine erste Dosis erhalten. Eine zweite Impfung ist im Abstand von rund drei Wochen vorgesehen. Vor wenigen Tagen hatten Biontech und Pfizer bekanntgegeben, dass sie auch mit Studien bei jüngeren Kindern (ab sechs Monaten bis einschließlich 11 Jahren) begonnen haben.

          Das auf der sogenannten Boten-RNA-Technologie basierende Vakzin von Biontech und Pfizer ist einer von inzwischen vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen. Er wird flächendeckend in großem Stil eingesetzt. Beide Firmen wollen in diesem Jahr nach eigenen Angaben weltweit bis zu zweieinhalb Milliarden Dosen ausliefern. Die EU erhält davon 500 Millionen und besitzt nach Angaben von Biontech eine Option auf weitere hundert Millionen Dosen. Für eine vollständige Immunisierung sind zwei Dosen nötig.

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