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Bayern gegen Coronavirus : Isolieren, isolieren, isolieren

Die „Webasto-Fälle“ wurden im Klinikum Schwabing isoliert. Bild: dpa

In Bayern hat man durch die „Webasto-Fälle“ im Januar schon Erfahrung mit dem Coronavirus gesammelt. Die Behörden setzen deshalb auf Eindämmung – und geben eine Million Schutzmasken in Auftrag.

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          Eine Million Schutzmasken hat Bayern bei einer Firma in Auftrag gegeben. Man sei sehr zufrieden, diese Firma gefunden zu haben, sagte Andreas Zapf, der Leiter des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Die Kritik einiger Ärzte, ihre Praxen seien so schlecht mit Schutzmasken ausgestattet, wies Zapf zurück: „Die Ärzte haben schon auch einen Teil der Verantwortung, sich entsprechend auszurüsten.“ Viele Praxen seien gut vorbereitet, manche weniger. Einen besonderen Vorrat auch an Desinfektionsmittel anzulegen ist nach den Angaben jedoch nicht geplant. Zwar sind diese in Altenheimen oder Krankenhäusern zwingend notwendig, doch für die präventive Hygiene auch in Zeiten des Coronavirus reicht demnach Händewaschen mit Seife völlig aus.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          In Bayern gibt es inzwischen, Stand Mittwochnachmittag, 42 Infizierte. Hunderte Menschen, die zu den Kontaktpersonen zählen, sind zur Zeit häuslich isoliert. Die neuen Fälle sind auf drei „Eintrittsquellen“ zurückzuführen: auf die Risikogebiete in Italien, Iran und das nordrhein-westfälische Heinsberg. 16 Personen haben sich also offenbar bei Personen aus diesen Gebieten direkt angesteckt, die übrigen Infizierten gehören wiederum zu ihren Kontaktpersonen.

          Zapf sieht in der Ermittlung der Kontaktpersonen und deren Isolation nach wie vor den wichtigsten Schritt im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. „Nur so gelingt das Containment, die Eindämmung.“ In Bayern sei es von großer Bedeutung, dass man die Ansteckungsquellen noch zuordnen könne. „Wir haben daher im Moment noch kein eigenständiges Epidemie-Geschehen.“ Wenn jedoch die Quellen nicht mehr bekannt und dazu zahlreiche Patienten infiziert seien, könne man auch die Infektketten kaum mehr unterbrechen.

          „Mit Vorsicht, aber auch mit Augenmaß“

          Der Schwerpunkt, den Bayern auf das „Containment“ legt, ist nicht zuletzt der Erfahrung mit dem „Webasto-Cluster“ geschuldet. Damit sind die 14 Personen gemeint, die sich im Januar in Bayern infiziert hatten. Zurückzuführen waren die Krankheitsfälle auf eine chinesische Mitarbeiterin der Firma Webasto, die an einer Veranstaltung in Bayern teilgenommen hatte. Auch damals sei es gelungen, durch Isolation der Infizierten und ihrer Kontaktpersonen die Infektketten zu unterbrechen, sagte Zapf. Ein Ergebnis der Erfahrung mit den ersten Fällen war zudem, dass die Inkubationszeit laut LGL offenbar kürzer ist als die angenommene Spanne von bis zu 14 Tagen.

          Die Sterblichkeit des neuartigen Coronavirus schätzt Zapf auf ein bis zwei Prozent ein. Diese Rate könne jedoch auch noch niedriger sein, da man nach wie vor nicht wisse, wie viele Menschen tatsächlich infiziert seien. Bei rund 80 Prozent der Infizierten, so Zapf, verlaufe die Krankheit „symptomarm“, fünf Prozent der Fälle gälten als „schwer“. Besondere Vorsicht gilt jedoch für Risikogruppen wie ältere Menschen, auch wenn Reihenuntersuchungen in Altenheimen bislang noch nicht vorgesehen sind. Betagte Personen sollten „Versorgungsgänge“ möglichst reduzieren.

          Der Herausforderung durch das neuartige Coronavirus ist nach der Einschätzung des bayerischen Landesamtes „mit Vorsicht, aber auch mit Augenmaß“ zu begegnen. Dass kein Grund zur Panik besteht, belegt schon allein in Bayern das Verhältnis positiv getesteter Personen – 42 bislang – zur Anzahl der Abstriche, die vorgenommen wurden: Auch wenn die genaue Anzahl der Tests nicht bekannt ist, geht die Zahl vermutlich in die Tausende. Allein das LGL nimmt täglich 160 Tests vor.

          So ist es nach Einschätzung des Landesamtes auch nicht vonnöten, jede Veranstaltung zwingend abzusagen. „Wir werden bestürmt mit Anfragen von Schulen, Firmen oder Vereinen, ob sie Ausflüge, Seminare und Veranstaltungen absagen sollen.“ Zapf begrüßt zwar die Absage der Internationalen Handwerksmesse in München, verwies aber auf die Kriterien, die das Robert-Koch-Institut erstellt hat. Zu Bedenken sind demnach unter anderem folgende Fragen: Aus welchen Ländern oder Regionen kommen die Teilnehmer? Ist der Raum gut belüftet? Wie viele Personen werden erwartet? Wie eng sitzen sie zusammen? Entscheidend ist somit immer der Einzelfall.

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