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Aus Angst vor Coronavirus : Apple sperrt China-Filialen zu

  • Aktualisiert am

Apple-Verkäufer mit Mundschutz in Peking Bild: AFP

Die Virus-Krise erfasst internationale Konzerne und stört die globalen Lieferketten. So stoppt Hyundai die SUV-Produktion am Wochenende. Chinas Zentralbank aber erwartet nur vorübergehende Folgen für die Wirtschaft des Landes.

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          Der amerikanische Technologiekonzern Apple schließt wegen des Coronavirus-Ausbruchs für mehr als eine Woche seine Filialen und Büros in Festland-China. Die Maßnahme gelte bis 9. Februar, teilte das Unternehmen am Samstag mit.

          Die Entscheidung sei als „Vorsichtsmaßnahme“ und auf der Grundlage der „jüngsten Ratschläge führender Gesundheitsexperten“ getroffen worden. Online könnten chinesische Kunden weiter Apple-Produkte kaufen, hieß es weiter.

          Ikea und Toyota schließen Geschäfte

          China ist nicht nur der drittgrößte Verbrauchermarkt, sondern auch ein wichtiger Zulieferer des amerikanischen Unternehmens. Einige Apple-Zulieferer sind in der zentralchinesischen Metropole Wuhan angesiedelt, wo der neuartige Corona-Erreger im Dezember erstmals aufgetreten war.

          Wegen der Coronavirus-Epidemie hatten bereits andere internationale Unternehmen, darunter der schwedische Möbelkonzern Ikea und der japanische Autobauer Toyota, ihre Geschäfte auf dem chinesischen Festland geschlossen.

          Die Zahl der Infizierten und Todesopfer durch den Erreger  wuchs zuletzt immer schneller. In China sind nach offiziellen Angaben inzwischen knapp 11.800 Menschen infiziert, 259 Menschen starben. Hinzu kommen mehr als hundert Infektionsfälle in rund 25 weiteren Ländern.

          Der koreanische Autohersteller Hyundai hat eingesichts des Virusausbruchs seine für dieses Wochenende geplante SUV-Produktion ausgesetzt. Zur Begründung nannte eine Unternehmenssprecherin am Samstag die Schließung mehrerer Werke in China, die zu einer Versorgungsstörung geführt habe. Davon betroffen sei das komplette elektrische Leitungssystem eines Fahrzeugs.

          Für diesen Samstag und Sonntag seien außerplanmäßige Produktionszeiten für den SUV „Palisade“ geplant gewesen, sagte die Sprecherin. Diese seien nun gestrichen worden. Hyundai beobachte die Situation genau, um auf mögliche künftige Versorgungsstörungen reagieren zu können, fügte sie hinzu.

          Massiver Dämpfer

          Die Coronavirus-Epidemie hat der chinesischen Wirtschaft einen massiven Dämpfer versetzt. Zahlreiche Firmen mussten vorübergehend schließen. Auch weltweit hat die Epidemie Auswirkungen auf die Wirtschaft. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter Lufthansa oder die australische Fluggesellschaft Quantas, strichen Flüge in die Volksrepublik.

          Daher will Chinas Zentralbank mit verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen die Wirtschaft des Landes stützen und vom Virenausbruch betroffenen Unternehmen helfen. Sie werde die Kreditzinsen angemessen senken, um damit betroffene Firmen zu unterstützen.

          Hilfe für Exportzentrum

          Zudem kündigte die Notenbank an, verschiedene Instrumente einsetzen zu wollen, um für genügend Liquidität zu sorgen. Nach Einschätzung der Notenbank dürften die Auswirkungen der Epidemie auf die allgemeine Wirtschaft allerdings nur vorübergehend sein.

          Auch die Finanzaufsichtsbehörde in der südchinesischen Provinz Guangdong, Chinas Exportzentrum, will vom Coronavirus betroffene Firmen unterstützen. So sollen Banken und andere Geldhäuser unter anderem durch niedrigere Zinssätze oder durch eine Verlängerung von Kreditrückzahlungsfristen Unternehmen helfen, teilte die Regulierungsbehörde mit. Betroffen sind vor allem Firmen im Einzel- und Großhandel, in der Logistik, im Transport- und im Tourismussektor.

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