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Delta-Variante : IWF warnt vor „explosiver“ Corona-Entwicklung in Afrika

  • Aktualisiert am

Protest für die Verwendung chinesischer und russischer Impfstoffe im südafrikanischen Pretoria Bild: dpa

Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds erlebe Afrika derzeit den stärksten Anstieg an Neuinfektionen weltweit. Eine dritte Welle könnten die wenigen Impfungen nicht aufhalten.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante in Afrika und des langsamen Impffortschritts vor einem „gefährlichen Moment“ für den afrikanischen Kontinent. Einem Blog-Eintrag des IWF zufolge erlebe Subsahara-Afrika den stärksten Anstieg an Neuinfektionen weltweit. Demnach sei zu befürchten, dass die „explosive Entwicklung“ einer sich bereits anbahnenden dritten Corona-Welle noch schlimmer ausfallen könnte als die erste und zweite. In einigen Ländern seien deutlich höhere Neuinfektionen gemeldet worden.

          Die Delta-Variante, heißt es in dem Beitrag, sei schon in 14 afrikanischen Ländern nachgewiesen worden. Auf dem ganzen Kontinent wurden bislang mehr als 5,5 Millionen Corona-Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl ist gering im Vergleich zu anderen Weltregionen: Afrika macht drei Prozent aller weltweiten Infektionsfälle aus und hat bisher 52 Millionen Tests. Verhältnismäßig gering sind auch die Impfungen: Knapp 50 Millionen Impfungen wurden durchgeführt. Das sind weniger als ein Prozent mit vollständiger Impfung, schreibt der IWF. Knapp 143.000 Tote werden im Zusammenhang mit Corona genannt. Vor allem Südafrika, Marokko, Tunesien, Ägypten, Libyen und Kenia hat die Pandemie stark getroffen.

          Unterdessen kritisierte der Corona-Sonderbeauftragte der Afrikanischen Union, Strive Masiyiwa, die Europäische Union: „Keine einzige Dosis hat die Produktionsstätten in der EU verlassen, die nach Afrika ging – wir wurden an Indien verwiesen“, sagte Masiyiwa am Donnerstag. Er forderte: „Jetzt ist es an der Zeit für Europa, die Produktionsstätten zu öffnen.“ Afrika benötige dringend Covid-19-Impfstoffe. Von den für dieses Jahr geplanten 700 Millionen Dosen seien erst 65 Millionen auf dem Kontinent.

          Hoffnung gebe die anlaufende eigene Produktion. Von August an wird ein Pharmakonzern in Südafrika ein Jahr lang insgesamt 400 Millionen Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson herstellen und auf dem Kontinent sowie an Karibik-Staaten ausliefern. „Wir haben unsere Lektion gelernt, zur Gewährleistung der Impfstoffsicherheit auf dem Kontinent können wir uns nicht auf andere verlassen“, sagte John Nkengasong von der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC.

          Für die Wirtschaft hätte eine dritte Corona-Welle schwerwiegende Folgen, heißt es bei dem Blog-Eintrag des IWF. Subsahara-Afrika könnte noch stärker darunter leiden, von der globalen Wirtschaft abgehängt zu werden.

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