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Häusliche Quarantäne : Lockerungen für Schwangerschaftsabbrüche gefordert

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Auch die Gießener Frauenärztin Kristina Hänel macht sich in dem Bündnis „Pro Choice“ für Lockerungen für Schwangerschaftsabbrüche stark (Archivbild). Bild: dpa

Ärzte sehen zunehmend den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen für betroffene Frauen in Gefahr. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie nun die Regeln für den Abbruch zu lockern.

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          Frauenärzte und Berater haben Lockerungen für Schwangerschaftsabbrüche und Beratungsregelungen gefordert. „Aus Verantwortung für die Gesundheit und das Leben von Frauen fordern wir von Bundes- und Landesregierungen wie von den Krankenkassen, dass die Videoberatung oder telefonische Beratung ermöglicht wird“, hieß es am Montag in einem gemeinsamen Schreiben von Ärzten und Beratern.

          In Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bayern gebe es diese Beratungsmöglichkeiten bereits. „Sollte die Video- bzw. Telefonberatung nicht mehr umzusetzen sein, müssen die Pflichtberatung und die Wartefrist ausgesetzt werden“, heißt es in der Forderung. Darüber hinaus fordern die Ärzte, den medikamentösen Abbruch mit telemedizinischer Begleitung bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche zu Hause zuzulassen, entsprechend den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

          Hintergrund sind Einschränkungen in den Beratungsstellen mit entsprechend weniger Terminen und längeren Wartezeiten. Auch in den Praxen seien die Angebote eingeschränkt hieß es. Und in Krankenhäusern würden Abbrüche möglicherweise nicht als nötige Eingriffe angesehen. Schwangerschaftsabbrüche dürfen erst nach einer Beratung erfolgen, außerdem müssen Fristen eingehalten werden. Dies wird den Ärzten zufolge zunehmend schwerer.

          Die Ärzte, die die  Pressemitteilung veröffentlichten fürchten, dass es zu mehr unerwünschten Schwangerschaften infolge Zunahme häuslicher Gewalt, sexueller Gewalt und Vergewaltigungen als Folge der Ausgangsbeschränkungen geben wird. Erfahrungen aus China und Spanien bestätigen diese Befürchtungen. „Das eigene Zuhause ist für viele Frauen und Kinder kein sicherer Ort“, sagte am Wochenende auch Ceyda Keskin vom Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.

          Die Forderungen wurden von den Vereinen Doctors for Choice Germany, Pro Choice Deutschland, dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft sowie dem Bundesvorstandes von pro familia gestellt. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 101.000 Abtreibungen.

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