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Um Ansteckungen mit dem Virus vorzubeugen, wird teilweise geraten, einander nicht mehr die Hand zu geben und Umarmungen zu vermeiden. Bild: dpa

Viruskrankheit : Was gegen Corona hilft: 14 Regeln

Das Virus breitet sich in Deutschland weiter aus – damit steigt auch die Angst vor einer Ansteckung. Tipps, mit denen Sie sich selbst und andere schützen können.

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          Ich habe Husten - und jetzt?

          Wenn Sie keinen Kontakt zu jemanden hatten, der infiziert ist, und sich in keinem der Gebiete aufgehalten haben, in denen das Virus besonders verbreitet ist, spricht viel dafür, erst mal ruhig zu bleiben und von einer gewöhnlichen Erkältung auszugehen. Waren Sie in Italien oder Iran oder wissen Sie von Kollegen, die infiziert sind, sieht die Lage anders aus. In diesem Fall bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie telefonisch Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt. Am Wochenende kann unter der 116117 der ärztliche Bereitschaftsdienst angerufen werden. Die Ärzte werden mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

          Also dann nicht in die Arztpraxis?

          Lucia Schmidt
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Wichtigste in einem solchen Fall ist, erst mal zu Hause zu bleiben, damit man niemanden gefährdet. Das gilt auch, wie das Robert Koch-Institut sagt, für Menschen, die an anderen akuten respiratorischen Erkrankungen leiden - sei es die Grippe oder eine einfache Erkältung. Auf diese Weise vermindert man Ansteckungen und belastet das ohnehin angespannte Gesundheitssystem nicht. Zum Arzt sollte nur, wer wirklich Hilfe braucht.

          Wenn ich die Möglichkeit habe, sollte ich die Telemedizin in Anspruch nehmen?

          Viele Ärzte halten das für eine gute Idee, um überfüllte Wartezimmer zu vermeiden und die Ansteckungsgefahr in der Praxis zu vermindern. Allerdings ist das Telemedizin-System noch nicht so ausgebaut, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Die Deutsche Arzt AG oder auch das Portal Clickdoc haben angekündigt, Arztpraxen ihre Videodienste für die nächsten Wochen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es kann für Patienten Sinn ergeben, sich in nächster Zeit immer wieder über solche Angebote beim eigenen Arzt zu informieren.

          Woher bekomme ich richtige und wichtige Informationen?

          Sowohl das Robert-Koch-Institut als auch die Gesundheitsministerien der Länder stellen teilweise mehrmals täglich Updates auf ihrer Homepage oder Presseinformationen zur Verfügung. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet auf ihrer Homepage wichtigste Fragen. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Hotline eingerichtet: 030 / 346 465 100.

          Sollte ich mir eine Atemmaske kaufen?

          Es gibt zunehmend Experten, die gesunden Menschen davon abraten. Weil es keinen bis kaum Nachweise gibt, dass Atemmasken, vor allem die einfachen, einen Schutz bieten. Sie gelten nicht als Atemschutz, sondern eher als Spuckschutz. Durch sie können zum Beispiel Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgehalten werden. Eine normale sogenannte OP-Maske macht also, wenn überhaupt, eher für Erkrankte als für Gesunde Sinn. Für einen richtigen Atemschutz braucht es die sogenannte partikelfiltrierende Halbmaske FFP2. Aber auch hier raten Experten, diese nur für medizinisches Personal einzusetzen. Unter anderem, weil die Vorräte knapp werden.

          Was kann ich dann tun, um mich zu schützen?

          Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sinnvoll ist deshalb, Abstand zu anderen Menschen, insbesondere zu erkälteten, zu halten. Aber leider sind auch Menschen, die sich noch gesund fühlen, bereits ansteckend. Etwa ein bis zwei Meter Abstand reichen dabei. Teilweise wird geraten, einander nicht mehr die Hand zu geben und Umarmungen zu vermeiden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Freitagabend auf einer Veranstaltung darauf verzichtet, Hände zu schütteln. Es wird abgeraten, Massenveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Großevents zu besuchen. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind Infektionsquellen. Natürlich gilt: Solange man gesund ist und Veranstaltungen nicht offiziell verboten sind, muss jeder für sich selbst verantworten, wie er mit dem Risiko umgehen mag. Was aber in jedem Fall sinnvoll ist: regelmäßiges Händewaschen mit Seife.

          Wie sieht gründliches Händewaschen aus?

          Die Hände sollten dringend gewaschen werden nach: dem Nachhausekommen, dem Besuch der Toilette, dem Naseputzen, Husten oder Niesen, vor Mahlzeiten und dem Hantieren mit Medikamenten oder Kosmetika. Und zwar so:

          1. Halten Sie die Hände unter fließendes Wasser: es muss kein heißes sein.
          2. Seifen Sie die Hände gründlich ein: sowohl Handinnenflächen als auch -rücken, Fingerspitzen, Nägel und Fingerzwischenräume.
          3. Reiben Sie die Seife an allen Stellen ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
          4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
          5. Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen.

          Welche Desinfektionsmittel helfen?

          Wer gerade kein Waschbecken zur Verfügung hat, dem können auch mal Feuchttücher oder Desinfektionsmittel helfen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt in diesem Fall Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid", "wirksam gegen behüllte Viren", "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" zu nutzen. Sein Handy ab und zu desinfizieren, das kann Sinn machen.

          Was sollte ich sonst noch tun?

          Taschentücher sollten nicht mehrfach verwendet werden. Falls man keins zur Hand hat, aber niesen muss, sollte das in die Armbeugen geschehen und nicht in die Handinnenfläche. Gleiches gilt, wenn man husten muss.

          Hilft die Grippeimpfung gegen Corona?

          Eine Grippeimpfung schützt nicht vor dem Coronavirus, weil der Erreger aus einer anderen Virusfamilie stammt als die Influenzaviren. Aber eine Impfung gegen Grippe oder auch gegen Pneumokokken ist trotzdem sinnvoll; sie können verhindern, dass man gleich zwei Erkrankungen bekommt, die das Atemsystem betreffen.

          Stellen die Kirchen tatsächlich den Friedensgruß ein?

          Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche rät ihren Geistlichen in Rundmails zu Vorsichtsmaßnahmen. So soll tatsächlich in den Gottesdiensten bis auf weiteres auf das Händereichen als Friedensgruß verzichtet werden. Auch der Kommunionempfang durch den Mund soll vermieden werden. Viele Kirchen entfernen zusätzlich das Weihwasser; im Kölner Dom sind die Becken seit Freitag trocken.

          Kann ich Homeoffice beantragen?

          Sie können das mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Ob er das genehmigt, das ist aber seine Sache. Offizielle staatliche Anweisungen gibt es dazu bisher nicht.

          Sollte ich Hamsterkäufe machen?

          Behörden und Experten aus der Branche sehen dafür keinen Anlass. Offiziell heißt es, es werde keine Lieferengpässe geben. Von einigen Supermarktketten wird verkündet: Für Produkte, die besonders nachgefragt werden, wolle man die Lagerbestände kurzfristig erhöhen. Hamsterkäufe zu tätigen, halten aber auch die Ketten für Panikreaktionen. Die Bundesregierung rät unabhängig vom Coronavirus Bürgern generell zur Anlage eines Notfallvorrats für etwa zehn Tage; das gilt auch für Fälle wie Schneechaos, Stromausfall oder Überschwemmungen.

          Können auch Gegenstände das Virus übertragen?

          Sieht so aus. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Virus bei Raumtemperaturen im Schnitt vier bis fünf Tage auf Türklinken, Geländern oder ähnlichem überleben kann. Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit sollen die Lebensdauer steigern. In China werden nun angeblich Geldscheine desinfiziert. Nach Angaben der Bundesbank wird das Virus aber nicht über Euro-Banknoten verbreitet.

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