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Weltweit Rekord an Neuinfektionen : Die Sorge vor dem Virus

Abstand und Masken: ein gewohntes Bild auch auf den Philippinen Bild: Reuters

Die Weltgesundheitsorganisation meldet mehr als 280.000 Neuinfektionen weltweit – so viele wie nie zuvor innerhalb eines Tages. Das Robert-Koch-Institut ist beunruhigt und appelliert, die Abstandsregeln weiter einzuhalten.

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei: Noch nie seit Ausbruch des Coronavirus sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) innerhalb von 24 Stunden so viele Neuinfektionen gemeldet worden wie am Freitag. Insgesamt waren es 284.196 Fälle, teilte die WHO am Freitagabend mit. Mit Abstand die meisten Infektionen verzeichneten die Vereinigten Staaten und Brasilien, jeweils mehr als 67.000. In Indien waren es fast 50.000, in Südafrika 13.000. Die Zahl der Toten sei um mehr als 9.700 gestiegen, so viele wie seit Ende April nicht mehr.

          Weltweit waren der WHO seit dem Ausbruch des neuen Virus Ende vergangenen Jahres bis Freitag 15,3 Millionen Infektionen gemeldet worden. Knapp 630.000 Menschen starben nachweislich mit einer Coronavirus-Infektion.

          Die WHO zeigte sich besorgt über neue Infektionsherde in Europa. In einigen Ländern seien die Zahlen wieder stiegen, nachdem Abstandsregeln gelockert wurden, hieß es.

          In Deutschland ist die zweite Infektionswelle nach Einschätzung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer bereits da. „Sie findet bereits jeden Tag statt. Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Die Aufgabe bestehe darin, mit den Gesundheitsämtern diese Welle jeden Tag neu zu brechen. „Das klappt erstaunlich gut.“

          Nach Ansicht Kretschmers kann Deutschland durch sein föderales System viel präziser vorgehen als zentralistisch regierte Länder. Die Ministerpräsidenten könnten abwägen, was gezielt für einzelne Regionen geregelt werden könne.

          Kretschmer sieht in der Corona-Pandemie die erste zentrale gemeinsame Krisenerfahrung in Deutschland. „Und das Schöne ist: Die Menschen in Ost und West ticken in dieser Krise gleich.“ 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es keine Unterschiede. „Corona ist der beste Beweis dafür, dass dieses Land zusammengewachsen ist.“

          Der deutliche Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen beunruhigt das Robert Koch-Institut (RKI). „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden“, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle lag insbesondere am Freitag und am Samstag deutlich höher als in den Vorwochen.

          Eine Verschärfung der Lage könne nur verhindert werden, wenn sich die gesamte Bevölkerung weiterhin engagiere. Das RKI appellierte, etwa die Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten – auch im Freien. Innenräume sollten gelüftet werden, und wo es geboten sei, solle man eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt tragen.

          Wie das RKI erklärte, ist ein Zuwachs zwar in vielen Bundesländern zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der neuen Fälle entfielen jedoch auf die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Bundesweit gebe es viele kleinere „Geschehen“ in verschiedenen Landkreisen: So hätten sich Menschen etwa bei größeren Feiern, bei Freizeitaktivitäten, am Arbeitsplatz, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen angesteckt. Hinzu kämen zunehmend Fälle unter Reiserückkehrern, hieß es.

          Bahn gegen Strafen bei Verletzung der Maskenpflicht

          Die Bahn hält derweil bei Verstößen von Fahrgästen gegen die Maskenpflicht in ihren Zügen Strafen nicht für nötig. „Wir sind ein offenes System und setzen auf Einsicht und die Kommunikation unserer Zugbegleiter mit jenen Fahrgästen, die keine Maske tragen“, sagte Bahnchef Richard Lutz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung", fügte er hinzu. Wenn dies nicht wirke, hole die Bundespolizei im Fernverkehr uneinsichtige Fahrgäste am nächsten Bahnhof aus dem Zug. „Das ist bisher aber nur sehr selten vorgekommen“, betonte Lutz.

          Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 781 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204.964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 25.7., 0.00 Uhr).

          In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von sieben im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 189.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

          Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 24.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,08 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

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