Hohe Zahl an Infektionen :
Das Coronavirus und Italiens Beziehung zu China

Von Matthias Rüb, Italien
Lesezeit: 4 Min.
Das „Wuhan Italiens“: Von Codogno aus verbreitete sich das Coronavirus in Italien.
Italiens Annäherung an China war schon vor der Viruskrise ins Stocken geraten. Die Beziehung zwischen den beiden Ländern könnte eine Erklärung sein, warum die Region Lombardei besonders betroffen vom Virus ist.

Seit dem 31. Januar gibt es keine Direktflüge mehr zwischen Italien und China. In Peking äußerte man sich seinerzeit erbost über die als unverhältnismäßig angeprangerte Maßnahme der Regierung in Rom, die zunächst bis Ende April gilt und die Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien verhindern soll. Wie sich angesichts der am Wochenende sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen sowie von mindestens zwei Todesfällen in Norditalien gezeigt hat, war die Maßnahme entweder nicht streng genug – über Umsteigeflüge kamen noch immer Chinesen und Chinareisende nach Italien – oder sogar ganz nutzlos. Italien war das erste europäische Land, das den direkten Flugverkehr mit China unterbrach, und Italien hat jetzt die mit Abstand meisten Infektionen in Europa.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.