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Coronavirus : Trump verfügt Einreiseverbot für Europäer

  • Aktualisiert am

Präsident Donald Trump im Oval Office bei seiner Ansprache an die Nation Bild: AFP

Bürger aus den Schengen-Staaten dürfen 30 Tage lang nicht mehr nach Amerika einreisen. Das Verbot soll ab Samstagmorgen gelten. Amerikaner, die auf dieser Seite des Atlantiks waren, müssen sich einem Test unterziehen.

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          Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängen die Vereinigten Staaten einen Einreisestopp für Ausländer aus Europa. „Wir werden alle Reisen von Europa in die Vereinigten Staaten für die nächsten 30 Tage aussetzen“, sagte Trump im Weißen Haus in einer Ansprache an die Nation. Amerikaner, die sich entsprechenden Tests unterzögen, seien ausgenommen. Die Maßnahme gelte außerdem nicht für Reisende aus Großbritannien. Das Heimatschutzministerium stellte später klar, dass es für all jene Ausländer gelte, die in den 14 Tagen vor ihrer geplanten Einreise in die Vereinigten Staaten in einem der 26 Schengen-Staaten waren. Neben Großbritannien gehört etwa auch Irland nicht dazu.

          Trump sagte zur Begründung, die EU habe nicht dieselben Schutzmaßnahmen wie Amerika ergriffen und Reisen aus China nach Europa nicht früh genug gestoppt. Aus dem Weißen Haus hieß es auf dpa-Anfrage, die Maßnahme gelte ab 23.59 Uhr am Freitag (4.59 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Samstag).

          Trump hatte Ende Januar bereits einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren. Von China aus hatte sich das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgebreitet. Ende Februar erließ der Präsident dann eine entsprechende Regelung für Ausländer, die sich in den zwei Wochen zuvor in Iran aufgehalten haben. Zugleich wurden die Reisehinweise für betroffene Landesteile in Italien und Südkorea verschärft. In Iran, in Südkorea und in Italien hat sich das Virus rasant ausgebreitet.

          Grenzüberschreitende Bewegungsfreiheit als Problem

          Trump hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Chefs von Banken gesagt, in China und Asien flaue die Krise ab. „Wie Sie wissen, haben wir einen anderen Teil der Welt, Europa, der in einer sehr schwierigen Verfassung ist.“ Kurz zuvor hatte der geschäftsführende Vize-Heimatschutzminister Ken Cuccinelli bei einer Anhörung im Kongress gesagt, Reiseeinschränkungen für Europa würden erwogen. „Europa stellt ein einzigartiges Problem dar.“ Grund dafür sei, dass es im Schengen-Raum grenzüberschreitende Bewegungsfreiheit gebe. Daher stelle sich die Frage, „wie man Europa als Ganzes behandelt“.

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          Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in Amerika, Anthony Fauci, sagte bei einer Anhörung im Kongress, das Virus werde sich auch in den Vereinigten Staaten weiter ausbreiten. „Unterm Strich wird es schlimmer werden.“ Fauci rief die Menschen dazu auf, ihr Verhalten der Krise anzupassen. „Wie viel schlimmer es werden wird, wird von unserer Fähigkeit abhängen, zwei Dinge zu tun: Den Zustrom von Menschen, die infiziert sind, von außerhalb einzudämmen. Und die Fähigkeit zur Eindämmung und Abschwächung in unserem eigenen Land.“

          Bislang sind mindestens 37 Menschen in den Vereinigten Staaten an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Nach einer Statistik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore sind inzwischen mehr als 1100 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

          Wirtschaftshilfen geplant

          Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, weil in den Vereinigten Staaten nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bislang erst etwas mehr als 11.000 Menschen auf das Virus getestet wurden. Nach Ausbruch der Krise ausgelieferte Tests lieferten teils fehlerhafte Ergebnisse, es kam zudem zu Engpässen. Kritiker werfen Trump vor, nicht energisch genug auf die Krise reagiert zu haben. Die Ausbreitung des Virus hat zu dramatischen Einbrüchen an den amerikanischen Aktienmärkten geführt.

          Trumps Regierung verhandelt derzeit mit dem Kongress über ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus. Die Börsen brachen am Mittwoch erneut ein. Trump hatte angekündigt, mit dem Kongress unter anderem über Lohnsteuererleichterungen sowie über Kredite für Kleinunternehmen zu reden. Angedacht sind demnach auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt werden und bei einem Krankheitsausfall keinerlei Gehalt bekommen. Auch Gespräche mit Fluggesellschaften, Kreuzfahrtveranstaltern und der Hotelindustrie seien geplant.

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