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Coronavirus : RKI meldet mehr als 18.000 Neuinfektionen und 261 Todesfälle

  • Aktualisiert am

Eine Intensivpflegekraft versorgt einen Corona-Patienten in Bonn. Bild: dpa

Im Vergleich zur Vorwoche steigen die Infektionszahlen weiter. Die Zahl der Todesfälle ist so hoch wie seit April nicht mehr. Dem Deutschen Lehrerverband gehen die Corona-Maßnahmen in den Schulen derweil nicht weit genug.

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          In Deutschland sind mehr als 18.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 18.487 neue Ansteckungsfälle erfasst.

          Die neuen Zahlen liegen deutlich unter dem Rekordwert von 23.399 Fällen, den das Institut am vergangenen Samstag gezählt hatte. Sie sind aber höher als vor einer Woche: Vor sieben Tagen hatte das RKI rund 17.000 neue Fälle gemeldet.

          Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 705.687 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg demnach auf 11.767 – dies waren 261 mehr als am Vortag. So viele Tote gab es im Zusammenhang mit dem Virus zuletzt im April. Das RKI schätzt, dass rund 454.800 Menschen inzwischen genesen sind.

          Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

          Dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, gehen die Corona-Maßnahmen in den Schulen unterdessen nicht weit genug. Der „Passauer Neuen Presse“ sagte er: „In fast allen Bundesländern wurden die Hygienestufenpläne, die in den Corona-Hotspots wieder auf halbierte Klassen setzten, außer Kraft gesetzt. Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben.“

          Er hoffe, dass generelle Schulschließungen vermeidbar seien, sagte Meidinger. „Dazu müssen aber bei exponentiell wachsenden Infektionszahlen die präventiven Vorsichtsmaßnahmen an Schulen hochgefahren werden“, fordert er. Dazu zähle neben der Maskenpflicht auch die vorübergehende Wiedereinführung der Abstandsregel, was halbierte Klassen und Wechselbetrieb bedeuten würde.

          Die „Bild“-Zeitung berichtet unter Berufung auf den Deutschen Lehrerverband, dass sich derzeit mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne befänden. Die Angaben beruhen auf Schätzungen des Verbands. Die Zahl der Lehrer in Quarantäne gebe der Verband derzeit mit bis zu 30.000 an. Die Folge seien immer mehr Schulschließungen, sagte Meidinger der „Bild“. „Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown.“ Die Politik habe sich zurückgezogen, jetzt entschieden die Gesundheitsämter.

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          Die Kliniken stoßen derweil in der Pandemie zunehmend an ihre Grenzen. Der Pflegetag-Präsident Franz Wagner forderte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, Krankenhäuser in Ballungsgebieten in den Corona-Notfallmodus zu schicken. „In vielen Kliniken, in denen gehäuft Covid-19-Patienten behandelt werden müssen, ist das Pflegepersonal schon am Limit“, sagte Wagner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vor dem Auftakt des Deutschen Pflegetages am heutigen Mittwoch.

          Damit die Lage nicht außer Kontrolle gerate, müsse der Gesundheitsminister jetzt für Entlastung und Stabilität sorgen. „Das heißt: Elektive Eingriffe müssen dort, wo es knapp wird, frühzeitig wieder verschoben werden, damit trotz Personalknappheit die Versorgung dringender Fälle garantiert werden kann“, sagte Wagner. „Der Zeitpunkt für das abermalige Umschalten auf den Notbetrieb ist gekommen und muss den Häusern in Hotspot-Regionen ermöglicht werden, hier ist Spahn gefragt.“

          Die Zahl der Corona-Intensiv-Fälle werde „absehbar noch deutlich steigen, bevor der Lockdown hoffentlich seine Wirkung zeigt“, betonte Wagner, der auch dem Präsidium der neuen Bundespflegekammer angehört. An den meisten Häusern sei die Lage zurzeit aber noch unter Kontrolle, erklärte er.

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