https://www.faz.net/-gum-9vnl9

Lungenkrankheit aus China : Bundesgesundheitsministerium schätzt Gefahr als „sehr gering“ ein

  • Aktualisiert am

Das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr derzeit als „sehr gering“ ein. Bild: dpa

Aus Sicht des Gesundheitsministeriums besteht in Deutschland derzeit kein Anlass zur Sorge wegen des Corona-Virus aus China. Auch der Frankfurter Flughafen sieht sich gut gerüstet.

          2 Min.

          Das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr für Deutschland durch das neuartige Corona-Virus aus China als „sehr gering“ ein. „Trotzdem beobachten wir die Situation in China natürlich aufmerksam und stehen dazu in ständigem Austausch mit unseren internationalen Partnern“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Dienstag.

          Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte im Deutschlandfunk: „Wir müssen damit rechnen, dass wir Fälle nach Deutschland bekommen und wir müssen uns im gesamten Gesundheitssystem darauf vorbereiten.“ So sollten sich Kliniken überlegen, wie sie Betroffene isolieren und intensivmedizinisch behandeln könnten. Allgemein gebe es hierzulande zur Vermeidung von Epidemien „sehr gute Strukturen“.

          Die Lagebeobachtung werde laut des Bundesgesundheitsministeriums durch das Robert-Koch-Institut koordiniert. Alle relevanten Stellen würden über den aktuellen Sachstand fortlaufend informiert. Dies sei in solchen Fällen üblich. Fiebermessungen an Flughäfen nannte der Sprecher „unverhältnismäßig“.

          Keine zusätzlichen Kontrollen am Frankfurter Flughafen

          Der Flughafen in Frankfurt am Main sieht sich derweil gut gerüstet gegen das neuartige Corona-Virus aus China. „Wir stehen in einer engen Abstimmung mit den Behörden und tauschen uns mit anderen Flughäfen aus“, sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Aktuell gebe es aber „keine Notwendigkeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen“.

          Derzeit gebe es keine zusätzlichen Kontrollen. Von Frankfurt aus gibt es keine Direktflüge in die chinesische Metropole Wuhan, wo das Virus im Dezember erstmals auftrat. Der Flughafen orientiere sich an den Reise- und Sicherheitshinweisen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Auswärtigen Amts. Durch vergangene Epidemien sei der Flughafen sehr gut vorbereitet, sagte die Sprecherin. Sollte es zu einer weiteren Ausbreitung der Lungenkrankheit kommen, würden die Rettungsdienste geschult, um Symptome erkennen zu können.

          Diskrepanzen bei der Zahl der Infektionen

          Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit ist die Zahl der bestätigten Fälle in China auf 308 gestiegen. Darunter entfallen 270 Infektionen allein auf die Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan, wo das neuartige Virus seinen Ausgang genommen hatte. Wie das Staatsfernsehen am Dienstag weiter berichtete, ist in der Südprovinz Guangdong bei weiteren 14 Patienten das neue Corona-Virus festgestellt worden. In Schanghai gibt es sechs Fälle und in Peking fünf. In der Provinz Zhejiang und der Metropole Chongqing sind es ebenfalls jeweils fünf Infektionen. Zwei wurden aus der Stadt Tianjin gemeldet, einer aus der Provinz Henan. 

          Chinas Nationale Gesundheitskommission erklärte, 900 Menschen stünden zudem wegen einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus unter Beobachtung. Sechs Menschen starben mittlerweile an der auch von Mensch zu Mensch übertragbaren Atemwegsinfektion. Nach einzelnen Fällen in Japan, Thailand und Südkorea wurde auch aus Taiwan eine Infektion gemeldet.

          In einer Studie der Hongkonger Universität war am Dienstag hingegen von 1343 Infektionen in Wuhan die Rede. In den Tagen zuvor waren Zweifel an der Informationspolitik der chinesischen Gesundheitsbehörden aufgekommen. Derzeit sind in China wegen des bevorstehenden Neujahrsfestes hunderte Millionen Menschen auf Reisen.

          Die WHO will sich am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit der neuartigen Krankheit befassen. Ein Notfallkomitee will darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll

          Weitere Themen

          Womöglich erster Fall in Südamerika

          Coronavirus : Womöglich erster Fall in Südamerika

          Bisher war Südamerika vom Coronavirus verschont geblieben. Nun scheint sich das Virus aus Italien eingeschlichen zu haben. In Asien steigt die Zahl der Todesopfer. Und auch an den Börsen macht sich die Angst bemerkbar.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.