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Coronavirus : EU-Behörde rechnet mit weiteren Infektionen in Europa

  • Aktualisiert am

Am Londoner Flughafen Heathrow warnt eine Infotafel vor dem Coronavirus. Bild: EPA

Der Fund von weiteren Infizierten in Europa sei wahrscheinlich, so die Präventionsbehörde ECDC. In Großbritannien suchen Experten zur Eindämmung nach 2000 Fluggästen aus China. Hongkong hat derweil den Notstand ausgerufen.

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          EU-Präventionsbehörde ECDC geht von weiteren Funden auf dem europäischen Kontinent aus. „Zu diesem Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass es mehr importierte Fälle in Europa geben wird“, teilte die im schwedischen Solna ansässige Behörde am Samstag mit. Auch wenn viele Dinge über das Virus weiter unbekannt seien, hätten die europäischen Länder die nötigen Kapazitäten, um einen Ausbruch direkt nach dem Entdecken von Fällen zu verhindern und zu kontrollieren. Am Freitag wurden in Frankreich drei Verdachtsverfälle bestätigt.

          Um eine Ausbreitung des Virus in Großbritannien zu verhindern, wollen Gesundheitsexperten derzeit etwa 2000 Fluggäste aus China aufspüren. Gesucht werden Reisende aus der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan, die in den vergangenen zwei Wochen ins Vereinigte Königreich geflogen sind. Das britische Gesundheitsministerium will „so viele Passagiere wie möglich“ finden. Wuhan ist das Zentrum des Ausbruchs.

          Mediziner halten es für wahrscheinlich, dass sich Infizierte bereits in Großbritannien aufhalten. Professor Chris Whitty, der die Regierung in Gesundheitsfragen berät, sprach von einem „reellen Risiko“. 14 Verdachtsfälle hatten sich kürzlich aber nicht bestätigt.

          Nach Medienberichten vom Samstag wurden am Londoner Großflughafen Heathrow die Sicherheitsmaßnahmen ausgebaut. Dort wird medizinisches Personal nun in sieben Schichten arbeiten, um Fluggästen zu helfen. Fiebermessen bei allen ankommenden Passagieren ist aber wegen der mehrtägigen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit, nicht vorgesehen.

          Hongkong stellt Verbindungen nach Wuhan ein

          Hongkong hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Notstand und damit die höchste Warnstufe der Stadt ausgerufen. „Bislang haben wir keine schweren und weitverbreiteten Infektionen. Aber wir nehmen das ernst und hoffen, der Epidemie einen Schritt voraus zu sein“, sagte Regierungschefin Carrie Lam am Samstag. Alle Flüge und Zugverbindungen aus Wuhan, würden vorerst eingestellt. Die Behörden von Wuhan schränkten derweil den Autoverkehr in der Stadt stark ein.

          Für Reisende aus anderen chinesischen Städten verhängten die Hongkonger Behörden keine Einschränkungen. Allerdings müssen alle Passagiere bei ihrer Ankunft in der chinesischen Sonderverwaltungszone ein Gesundheitsformular ausfüllen. Lam zufolge werden zudem mehrere öffentliche Veranstaltungen, darunter eine Neujahrsgala und ein Marathon, abgesagt. Die Neujahrsferien an Schulen und Universitäten wurden bis zum 17. Februar verlängert.

          Von fünf Menschen, die in Hongkong positiv auf das Virus getestet wurden, kamen vier mit einem neuen Hochgeschwindigkeitszug aus Festland-China. In der Folge waren Forderungen laut geworden, die Einreise vom Festland einzuschränken oder ganz zu stoppen.

          Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus ordneten die chinesischen Behörden am Samstag landesweite Maßnahmen an. Demnach werden im gesamten öffentlichen Verkehr Fieber-Messstationen eingerichtet. Die Behörden in Wuhan schränkten zudem den Autoverkehr in der Stadt stark ein. Ab Mitternacht dürften Kraftfahrzeuge bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr ins Stadtzentrum fahren, teilten die Behörden mit.

          Die chinesische Hauptstadt Peking unterbricht ab Sonntag ihren Busverkehr mit den Provinzen. Laut einem Bericht des kommunistischen Parteiorgans „Volkszeitung“ soll durch diese Maßnahme die Ausbreitung der Lungenkrankheit eingedämmt werden. In Peking gibt es rund 30 bestätigte Fälle. Nicht alle könnten aber auch auf Besuche in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina zurückgeführt werden, berichtete die Zeitung „Global Times“.

          Nach Behördenangaben gibt es in China mittlerweile landesweit knapp 1300 bestätigte Infektionsfälle, 41 Patienten starben. Auch aus anderen Ländern wurden einzelne Fälle gemeldet, darunter Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam und die Vereinigten Staaten.

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