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Coronavirus : China riegelt weitere Städte ab

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Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht. Bild: AP

China meldet weitere Todesfälle. Auch die Zahl der Infizierten steigt deutlich auf mehr als 800. Die Sicherheitsmaßnahmen im Land werden weiter verstärkt.

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          Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in China ist nochmals deutlich gestiegen. Sie wuchs um sieben Fälle auf mindestens 26 Verstorbene, wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung am Freitag in einer neuen Zwischenbilanz mitteilte.

          Insgesamt stieg die Zahl der Erkrankungen durch den Erreger in China auf 830 bestätigte Fälle. Bei weiteren 1072 Krankheitsfällen bestehe der Verdacht, dass sie durch das Virus ausgelöst worden sein könnten. Diese Fälle würden noch untersucht. Die vorherige Bilanz der chinesischen Behörden hatte noch bei rund 570 Krankheitsfällen gelegen.

          Die chinesischen Behörden hatten am Donnerstag die Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan, in welcher der Erreger erstmals registriert worden war, unter Quarantäne gestellt. Auch in der Millionenstadt Huanggang und der Stadt Lichuan wurden die Verkehrsverbindungen ins übrige Land weitgehend gekappt. In der Hauptstadt Peking wurden Großveranstaltungen zum chinesischen Neujahrstag am kommenden Samstag abgesagt und die Schließung mehrerer Touristenattraktionen angeordnet.

          Außerhalb Chinas wurden einzelne Fälle von Infizierungen mit dem neuartigen Erreger aus mehreren asiatischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzichtete dennoch vorerst darauf, den internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. „Es ist nicht der richtige Zeitpunkt“, sagte der Vorsitzende des Notfallausschusses, Didier Houssin. Er verwies darauf, dass es im Ausland bislang nur wenig Fälle gebe, und dass China bereits selbst weitreichende Vorkehrungen getroffen habe.

          Von diesem, mittlerweile geschlossenen Fischmarkt im zentralchinesischen Wuhan soll sich der Coronavirus verbreitet haben.

          WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, China habe diejenigen Maßnahmen getroffen, die es für angemessen halte. „Wir hoffen, dass sie effektiv und von kurzer Dauer sind“, sagte er. Die WHO empfehle keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen. Das Auswärtige Amt in Berlin riet aber dazu, nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete zu verschieben. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan werde als „moderat“ eingeschätzt.

          Die WHO nehme den Ausbruch extrem ernst, sagte WHO-Chef Tedros. „Es ist noch keine Notlage von internationaler Tragweite, aber das kann es noch werden“, sagte er.

          Laut Behördenangaben von Donnerstag starb in China ein Patient am Mittwoch in der nördlichen Provinz Hubei. Es sei der erste Todesfall außerhalb der Provinz. Jedoch war der 80-Jährige Mann zuvor zu Besuch bei Verwandtschaft in Wuhan. Die meisten Todesopfer waren ältere Menschen mit Vorerkrankungen. In den meisten chinesischen Provinzen sind mittlerweile Infektionen bekannt.

          Japan sechs Monate vor Olympia ebenfalls betroffen

          In einzelnen Fällen wurde das Virus auch schon bei Patienten in anderen Ländern wie Thailand und den Vereinigten nachgewiesen. Am Donnerstag wurde der erste nachgewiesene Fall in Singapur bekannt. Japan meldete sechs Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio einen zweiten Fall. Der Mann in seinen 40ern stamme aus der chinesischen Metropole Wuhan, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der Mann sei zu Besuch in Japan. Er werde in einem Krankenhaus in Tokio behandelt, hieß es.

          In Europa ist bisher kein Fall bekannt. Eingeschleppte Einzelfälle der neuen Lungenkrankheit sind deutschen Infektionsspezialisten zufolge aber auch hierzulande „wahrscheinlich“. Grund zur Besorgnis gebe es aber nicht, teilte die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie mit. Kliniken bereiteten sich aktuell vor, um auf diese Fälle schnell reagieren zu können.

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