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Weniger beatmete Covid-Kranke : Inzidenz steigt in Hessen weiter: Bischof ruft zum Impfen auf

Beispielfoto Bild: Maximilian von Lachner

50 Prozent mehr Fälle meldet das RKI für Hessen. Die zentrale Kennziffer legt auch zu, wenn auch auf niedrigem Niveau. Bischof Gerber fordert zum Impfen auf. Auch mit Blick auf die kühle Jahreszeit.

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          151 neue Corona-Fälle haben hessische Gesundheitsämter über Nacht dem Robert Koch-Institut gemeldet. Das klingt nicht nach viel – aber es sind 50 Prozent mehr als vor Wochenfrist und auch mehr als vor einem Monat. In der Folge weist auch der Trend bei der zentralen Kennziffer weiter nach oben: Die Inzidenz liegt auf dem gleichen Niveau wie Mitte Juni, nachdem sie über Wochen stetig gesunken war. Unter den zehn Städten und Kreisen mit den höchsten Inzidenzen in Deutschland finden sich Darmstadt und Wiesbaden, Frankfurt folgt knapp dahinter.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zahl der Corona-Kranken auf Intensiv- und Normalstationen nimmt derweil weiter leicht ab. Erfreulich: Über Nacht ist kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet worden, wie das Sozialministerium und das Robert Koch-Institut (RKI) gleichlautend mitteilen.  

          Auch wenn sich die Schere zuletzt bei der Quote der  Durchgeimpften etwas geschlossen hat: Hessen hinkt nach wie vor beim Impfen dem Durchschnitt der Bundesländer hinterher. Frankfurt setzt angesichts dessen außer auf eine Sonderaktion im Impfzentrum Festhalle auch auf mobile Impfteams. Das Bistum Fulda hat dazu aufgerufen, sich angesichts der andauernden Corona-Pandemie impfen zu lassen. Lange sinkende Zahlen und dadurch entstandene Freiheiten könnten durch eine hohe Impfbereitschaft auch im Herbst und Winter aufrecht erhalten werden, hieß es in einem am Freitag herausgegebenen Schreiben von Bischof Michael Gerber und Generalvikar Prälat Christof Steinert laut dpa. Zugleich riefen sie zu weltweiter Solidarität auf und unterstützen eine  Forderung der Weltgesundheitsorganisation. Es müsse ausreichend Impfstoff in die ärmeren Länder der Welt gelangen. Das beinhalte jedoch nicht die Freigabe der Patente, hieß es.

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          Nach den 151 neuen bestätigten positiven PCR-Tests haben sich seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres offiziell 292.286 Menschen in Hessen mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Das sind knapp fünf Prozent der Landesbevölkerung. 7653 Personen sind laut RKI an oder mit Covid-19 gestorben.

          Hessische Kliniken behandeln derzeit 49 Corona-Kranke intensiv, 21 von ihnen müssen nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin invasiv beatmet werden. Hinzu kommen nach Angaben des Sozialministeriums 32 Covid-Patienten auf Normalstationen und 53 Verdachtsfälle. Derzeit gibt es 263 freie Intensivbetten, wie es weiter heißt.

          Die Hessen-Inzidenz ist von 10,5 auf 11,3 gestiegen – vor einer Woche betrug sie noch 8,5. Die höchste Kennziffer weist nach einem leichten Anstieg abermals Darmstadt auf mit gut 26, gefolgt von Wiesbaden mit 24, wobei aber ein Ausbruch unter einer Gruppe in einem Zeltlager die Statistik beeinflusst. Frankfurt kommt auf 22,5, das sind 0,9 Punkte mehr als am Vortag. Acht von 26 Regionen und Städten in Hessen haben eine zweistellige Inzidenz. Ohne neuen Fall binnen sieben Tagen ist ausweislich der Daten der Kreis Hersfeld-Rotenburg, nahe der Null-Linie bewegt sich der Kreis Waldeck-Frankenberg. 

          Mehrere Sonder-Impfaktionen

          In den 28 Impfzentren in Hessen gibt es fortan eine landesweite Nachrückerliste. So können Kurzentschlossene innerhalb von maximal vier Tagen einen Impftermin mit einem mRNA-Impfstoff, also von BioNTech oder Moderna, erhalten. Anmeldung und Nachrückerliste sind zu finden unter www.impfterminservice.hessen.de. In Frankfurt ist eine weitere Sonder-Impfaktion in der Festhalle angelaufen. Interessierte müssen sich auch in diesem Fall online anmelden – den Link finden Sie hier. Im Main-Kinzig-Kreis ist an bestimmten Tagen ein Impfbus unterwegs. Die Co-Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen, Birgit Koch, hofft auf eine baldige Klärung der Impf-Strategie für Kinder und Jugendliche.

          58,6 Prozent der Hessen mit erster Impfung

          Bei beiden Impfquoten liegt das zentral gelegene Bundesland weiter unter dem Durchschnitt im Bund: 58,6 Prozent der Menschen in Hessen haben nach neuesten Daten eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,9 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter ist Bremen mit 68,4 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 60,7.

          Bei den vollständig Geimpften hinkt Hessen dem Mittelwert im Bund ebenso hinterher. Hessen kommt auf 44,6 Prozent und damit 0,7 Punkte weniger als der Mittelwert, Rheinland-Pfalz weist 45,3 Prozent aus, das Saarland liegt hier mit 47,9 Prozentpunkten vorn. 3,68 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 2,80 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher knapp 2,2 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und am 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen.

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