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China : Wasserkrise nach Cadium-Verschmutzung

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Sauberes Wasser aus der Kanne Bild: AP

In Südchina sind mehrere Städte durch die Verschmutzung eines Flusses mit Cadmium bedroht. Die Trinkwasserversorgung soll nach Behördenangaben aber nicht eingestellt werden. Am Dienstag hatten eine halbe Million Chinesen kein Trinkwasser.

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          Nach der zweiten großen Umweltkatastrophe in nur einem Monat herrschte in Südchina entlang des Beijiang Flußes Krisenstimmung. Mehrere Städte in der Provinz Guangdong waren durch die Verschmutzung des Flusses mit dem Schwermetall Cadmium bedroht.

          Am Donnerstag gab es die erste leichte Entwarnung: Nach Angaben der Behörden scheint es so, daß die Trinkwasserversorgung - wie zuvor angenommen - doch nicht mehr eingestellt werden muß.

          Vergiftetes Abwasser

          Am Dienstag hatten die 500.000 Einwohner in Shaoguan stundenlang kein Trinkwasser. Die flußabwärts gelegene Stadt Yingde, die stark vom Fluß abhängig ist, hat es aber geschafft, in nur 36 Stunden eine 1,4 Kilometer lange provisorische Wasserleitung zu einem Wasserreservoir gelegt, so daß die Stadtregierung am Donnerstag verkünden konnte, die Versorgung sei gesichert. Feuerwehrwagen verteilten zusätzlich sauberes Trinkwasser an die Menschen.

          Ursache der neuen Vergiftung waren Abwasser einer Zink- und Bleihütte in Shaoguan. Drei Tage später sei der giftige Zufluß gestoppt worden. Um die Konzentration des Giftes im Fluß abzuschwächen, war am Oberlauf zusätzlich Wasser aus Reservoirs abgelassen worden.

          Damm zum Schutz

          Die neue Umweltkatastrophe folgte auf die schwere Verschmutzung des Songhua Flusses in Nordostchina durch einen Chemieunfall. Die Wassermassen mit hohen Konzentrationen von Benzol und Nitrobenzol erreichten inzwischen den russischen Amur-Fluß und die Grenzstadt Chabarowsk. Dort hatten die Einwohner sich rechtzeitig Trinkwasservorräte angelegt, meldete die Agentur Interfax. Aus dem Strom werde zwar weiter Wasser entnommen und gefiltert in das städtische Leitungssystem von Chabarowsk eingespeist.

          Das Wasser sei aber nicht zum Trinken geeignet. „Vom Fluß her riecht es unangenehm nach Chlorphenol“, sagte der stellvertretende Leiter der Gebietsverwaltung. Chinesische Medien berichteten, daß 400 chinesische Arbeiter bei Chabarowsk einen 443 Meter langen und vier Meter hohen Damm in den Fluß gebaut hätten, der das verschmutzte Wasser an der Wasserentnahmestelle der Stadt vorbei führt. Sei die Gefahr vorüber, werde der Damm beseitigt.

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