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China : Vogelgrippe-Virus H7N9 wohl von Mensch zu Mensch übertragen

  • Aktualisiert am

Hier in Rot dargestellt: H7N9-Viren Bild: Heinz G. Beer

In China ist offenbar erstmals das Vogelgrippe-Virus H7N9 von Mensch zu Mensch übertragen worden. Möglicherweise besteht die Gefahr nach Angaben von Forschern aber nur bei einer genetischen Disposition.

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          Das gefährliche Vogelgrippe-Virus H7N9 kann offenbar doch von Mensch zu Mensch übertragen werden: Chinesische Wissenschaftler gaben am Mittwoch den wahrscheinlich ersten nachgewiesenen Fall einer solchen Übertragung bekannt. Die Entwicklung sei „besorgniserregend“ und müsse genau verfolgt werden, schrieben die Forscher in der Online-Fachzeitschrift bmj.com. Dennoch sei das Virus, das seit März mehr als 40 Menschen in China das Leben kostete, noch nicht in der Lage, sich zwischen Menschen stark auszubreiten.

          Das Virus verbreitet sich in erster Linie vom Vogel auf den Menschen. „Die Leute sollten nicht in Panik verfallen“, warnte daher der Epidemiologe Chang-jun Bao vom Gesundheits- und Vorsorgezentrum der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Die Übertragung des neuen Virus von Mensch zu Mensch sei nicht sehr wirksam.

          Wissenschaftler hatten lange befürchtet, dass sich das Virus so verändern könnte, dass es leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. In ihrer neuen Studie beschrieben die chinesischen Wissenschaftler nun den Fall eines 60 Jahre alten Mannes, der im Krankenhaus starb, nachdem er sich mit dem Virus infiziert hatte. Offenbar steckte er seine 32 Jahre alte Tochter damit an. Die Tochter, die sich über eine Woche lang um ihren Vater gekümmert hatte, starb ebenfalls im Krankenhaus.

          Übertragungsmöglichkeit bleibt „begrenzt“

          Die Frau hatte der Studie zufolge keinen Kontakt zu möglicherweise infiziertem Geflügel. Daher sei die „wahrscheinlichste Erklärung“ die Ansteckung über ihren Vater, der regelmäßig Geflügelmärkte besucht hatte. Gentests zeigten auch, dass die Viren bei Vater und Tochter praktisch identisch waren.

          Trotz des Falles bleibe aber die Übertragungsmöglichkeit des Virus von Mensch zu Mensch „begrenzt“, hoben die Wissenschaftler hervor. Keiner der anderen 43 Menschen, die engen Kontakt zu den beiden Patienten hatten, darunter auch Krankenhauspersonal, steckte sich an. Möglicherweise gebe es daher eine genetische Disposition für die Ansteckung. Da die schwer kranke Tochter nicht mehr befragt werden konnte, schlossen die Wissenschaftler auch nicht völlig aus, dass sie sich anderweitig angesteckt haben könnte, doch schien dies „weniger wahrscheinlich“.

          Nach offiziellen Zahlen vom Juli infizierten sich bisher 132 Menschen in China mit dem Virus H7N9. Seit den ersten Krankheitsfällen im März starben 43 Patienten. Ein Fall wurde aus Taiwan gemeldet. H7-Grippeviren verbreiten sich normalerweise unter Vögeln, die Untergruppe H7N9 war bis zum Ausbruch der Krankheiten in China nie beim Menschen festgestellt worden. Auch in anderen Vogelgrippe-Fällen des Typs H5N1 und H7N7 war es vereinzelt zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gekommen, ohne dass dies zu einer Seuchengefahr für die Menschheit geworden wäre.

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