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Kampf gegen „Cannabis-Kultur“ : China verhaftet Ausländer wegen Drogenkonsums

In diesem Monat haben die Behörden in China offenbar eine neue Kampagne gegen den Konsum von Cannabis gestartet. Bild: dpa

Die Polizei in China führt regelmäßig Razzien in Bars durch, bei denen Urin- und Haarproben genommen werden. Jetzt sind 16 Ausländer wegen Rauschgiftkonsums festgenommen worden.

          In der ostchinesischen Stadt Xuzhou hat die Polizei 16 Ausländer wegen Rauschgiftkonsums festgenommen. Es handle sich um sieben Dozenten und neun Sprachschüler, teilte die örtliche Polizei am Mittwoch mit. In ihrem Urin seien Rückstände von Rauschgiften festgestellt worden. Nach einem Bericht der Zeitung „Beijing News“ wurden sie schon vor einer Woche festgenommen und werden weiterhin verhört. Die Polizei in China führt regelmäßig Razzien in Bars durch, bei denen Urin- und Haarproben genommen werden. Dabei wurden immer wieder auch Ausländer festgenommen und ausgewiesen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          In diesem Monat haben die Behörden offenbar eine neue Kampagne gegen den Konsum von Cannabis gestartet. Die Jugendzeitung der Kommunistischen Partei warnte jüngst vor der Verbreitung einer Cannabis-Kultur durch ausländische Studenten und Chinesen, die im Ausland studiert oder gearbeitet hätten. „Die Cannabis-Kultur betont Hedonismus und erscheint als cool. Diejenigen, die sich damit einlassen, glauben nicht, dass es peinlich ist, Gras zu rauchen“, schrieb die Zeitung. Als warnendes Beispiel verwies der Autor auf den Fall eines Marihuana-Händlers, der im Juni in Nanjing zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Das zeige, dass Chinesen leicht beeinflusst werden könnten, wenn sie „einer westlichen Subkultur“ ausgesetzt seien.

          Ein Staatsanwalt in der Provinz Jiangsu, zu der auch die Stadt Xuzhou gehört, sagte der Zeitung, chinesische Auslandsstudenten würden im Westen häufig ihre Einstellung gegenüber Marihuana ändern, was sie nach ihrer Rückkehr in Schwierigkeiten bringen könne. Ein Grund für sie, im Westen Gras zu rauchen, sei es, „sich in die lokale Gemeinschaft integrieren“ zu wollen. „Wenn sie zurückkommen, neigen sie dazu, ungewollt die Verbreitung einer Cannabis-Kultur zu befördern, so wie ein ansteckendes Virus“, sagte der Staatsanwalt.

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